Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-531716
Veränderungen 
hinsichtlich 
de1 
V0 
rorte 
Kunst. 
659 
der Malerei, in welchem der Einfluss Münchens mit dem Rahrg 
rivalisirt, im Gebiete der Baukunst epochemachend genannt werden 
muss. Ebenso überraschend drängt sich die Energie auf, mit wel- 
cher die österreichischen Kronlande ihre politischen Errungenschaften 
nicht minder in wissenschaftlicher und künstlerischer Begsamkeit zu 
verdienen suchen. Auch in den kleineren deutschen Hauptstädten 
hatten sich zwei Kunstschulen zu Ruf gebracht, welche vordem höch- 
stens dem Namen nach existirt hatten, nemlich Carlsruhe und 
Weimar. In Dresden, Stuttgart, Frankfurt a. M. zwar sind die Ver- 
hältnisse die alten geblieben; dagegen waren Königsberg als Kunst- 
schule t) und Hamburg durch den Besitz einiger für sich wirkender 
Talente neu in die Reihe der deutschen Pflegestätten der Malerei 
eingetreten. 
In Carlsruhe zunächst war der überwiegende Einfluss von 
Düsseldorf seit Lessings und Schirmefs Berufung begründet. Nächst 
ihnen errang im Gebiete der Historienmalerei besonders Lud. des 
Ooudres, geb. zu Cassel 1820, ein Schüler Carl Sohn's in Düssel- 
dorf, eine hervorragende Stellung, indem er namentlich auf colo- 
ristische Durchbildung ausging und durch die Wärme und Tiefe 
seiner Farben besonders seinen religiösen Bildern eine stimmungs- 
volle Bedeutung zu verleihen wusste. Frühzeitig durch seine xFran- 
cesca da Rlmlnic (nach Dante) wie durch eine wbüssende llrlagdalenai 
sein coloristisches Talent verrathend, hatte er durch eine sGrablegung 
Christiwtt) die erlangte Meisterschaft bekundet, und durch seine 
wheiligen Frauen mit Johannes unter dem Kreuzec, eine xAnbettlng 
der Hirtenc und die xRtlhe auf der Flucht nach Aegyptens zu be- 
haupten gewusst. Keineswegs Nazarener im Sinne Overbeck's, Führers 
oder Degens, unterzog er auch mythologische Gegenstände seinem 
Pinsel, wie das schöne Bild der Wiener Ausstellung wPsyc-he 
und Pana gezeigt hat. Seinem und Canon's Einfluss ist es wohl 
zu danken, dass der treffliche Genremaler Carl Schick, geb. zu Gil- 
gertsau 1826, zur Historie übergetreten und seit einem Jahrzehentc 
vorzugsweise hierin durch seine Schöpfungen wie als Lehrer gewirkt 
hat. Im Gegensatz zu Des C0udres' auf Galleriestudien beruhender 
Entwicklung verfolgte FGOCIOT Dietz, geb. 1818 zu Neunstetteti in 
ijlfi- 
1845 als Akademie gegründet. 
1861. In der grossherz. Kunsthalle 
ZU 
Carlsruh
        

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