Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-531669
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Unerfahrenheit und nicht die volle Beherrschung der technischen 
Mittel zeigt, doch konnte es Niemandem entgehen, dass man hier 
einer ganz originalen und volliverthigen Kraft gegmitilner stand. Die 
slavische Eigenart machte sich ausser dem Umstande, dass lllatejko 
nur polnische Stoffe behandelte, auch in der Auffassung, Composi- 
tion, streng racentypischen Formgebung und Farbe geltend, welche 
das deutsche durch die Antike beeinflusste Auge so fremdartigr an- 
muthen, wie die Poesien und Melodien der Weichsel- oder Theiss- 
länder unser Ohr. Die gleiche und doch keineswegs manierirte Hal- 
tung begegnet auch in seinen übrigen Werken, wie in den Bildern 
vder Alchymist Sendziivoj producirt vor König Sigismund III. die 
Venvaiulltliig in GOldc oder vWladislaus der Weise wird von einem 
polnischen Gesandten aufgefordert das Kloster zu Dijon zu verlassen, 
und seine polnischen Kronansprüche geltend zu machenc, vder Hof- 
narr des Königs Sigmund l_c, xUnion der Polen und Lithauer zu 
Ltibline, vSkarga predigenda, wStephan Bathory vom russischen Ge- 
sandten um Frieden gebetenc u.  w. Ein gewisses Düster, das 
übrigens Grundstimniting aller pOlHlSCllCD Maler, das Uebergeivicht 
rothbrauner Töne und eine entschiedene Scheu vor l3l]CllilLlflg'Pl' 
ldealität im Ganzen wie im Einzelnen geben diesen Werken zwar 
einen herben Charakter, erhöhen aber nur noch ihre selbstständige 
Bedeutung, wie denn auch der Umstand, dass dieselben ohne Be- 
stellung entstanden sind und vor zivei Jahren noch fast säinmtlich 
verkäuflich waren, den gebornen Historienmaler, Welcher lediglich 
seinem Drange folgend schaffte, verräth. Uebrigens sind auch seine 
Bildnisse von packender Wahrheit und Energie und namentlich seine 
Dainen- und Kinderporträtts zu den vorzüglichsten unserer Zeit zu zählen. 
Weniger eigenartig zivar, aber in schwunghaftem Betriebe tritt 
die Historienmalerei in Ungarn entgegen, deren Vertreter neuestens 
sogar an deutschen Akademien als Lehrer oder ausserhalb dieses 
Verbandes in deutschen Hauptstädten wirken, wobei an Alex. Uägqncr 
und Liczevzanayei- in München zu erinnern ist. Anderseits wurde 
schon unter den RalIlSClIÜlGFH der beiden an monumentalen Arbeiten 
zu Pest bewährten Meister C. Lotz und M. Than gedacht, welche 
den Einfluss jhres Lehrers dem Pilotfschen gegenüber in Ungarn 
Zu behaupten suchen. Als entschiedene Talente müssen dann noch 
M. Zichy, V. Illadawtsz und M. Kowtcs genannt werden, deren völlige 
Reife jedoch noch EllJZUWFtPtGTI ist.
        

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