Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-531647
Vertreter der Gebirgslandschaft je nach dem Anschluss an den Vor- 
gang Heinleivfs,Hauslzofefs, J. Langes oder Sfcffknfs in mehre frei- 
lich sich vielfach berührende Richtungen. Ein M8lStGl' ersten Ranges 
ist jedoch unter ihnen nicht zu constatiren, wenn auch immer die 
Arbeiten eines C. illillner, L. Jlelirner, C. Hcilmcycr oder J. Vösclzcr 
und die Aquarellen A. Bull's erfreulich erscheinen. Nennenswcrth 
jedoch sind in der Gebirgslandschaft sonst noch (I. Brizzi, L. Geb- 
hardt, H. Hacker, J. Halm, F. 2'. Hofstcffcia, F. Lcfnerker, A. Lolzr, 
C. Maibach, R. Pöppel, J. Ifose und J. Schiffmazzzz. 
Unter den Vertretern jener schnöden coloristischen Extravaganz, 
die von Frankreich ausgehend die verschiedenen Kunstzweige auf 
Erzielung schneidender Contrasteffekte hingelenkt und in die Mün- 
chener Historienmalerei  freilich durch Zuzug von Aussen  
einen Böcklin gebracht, ist glücklicher Weise nur ein namhafter 
Landschafter zu verzeichnen, nemlich Hans Thema. Verfasser dieses 
wenigstens kann und will nicht glauben, dass das ungehroc-liene 
Nebeneinander von abtönungslosen Farben, die schneidenden (trün 
Blau und Rosa, der Mangel von Schattenwirkung und Luftton mehr 
als eine geniale Wlunderlichkeit, und in Wahrheit Vorboten der Zu- 
kunftskunst, geschweige denn diese selbst sein sollen. 
Wie aber durch das Gleichgewicht von ügürlicher Darstellung und 
Landschaft ein Mittelding zwischen Genre und Landschaft entsteht, 
worin sich ein A. Kappis oder J. Iföcltert mehrfach bethätigt haben, so 
neigt auch ein Mehr von Thierstaffage oder von Architektur zum 'l'hier- 
bild und Architekturbild hinüber. In ersterem stehen nach Fr. Voltz Vor- 
bild die Viehlandschaften des trefflichen A. Braitlz an der Schwelle, wäh- 
rend bei H. Baisclz und L. TViIZroirler die Landschaft sogar im Ueber- 
gewicht erscheint. "Merkwtürdigei" ist, wie Chr. illnli, neben welchem 
-noch Weislzaupf und O. Gabler zu nennen sind, von der Architektur- 
landschaft den Weg zum Viehstück gefunden. Im Pferdestück blieb 
Bemw Arlmn ziemlich vereinzelt, während das Wild durch L. Voltz, 
C. Ockerf, G. 1:. Jßaßei, O. Bcclmagel, C. Blrodc u. A. mit Vorliebe 
vertreten ward.  Auch das Architekturbild zeigt bei den trefflichen 
Meistern Cour. H01?" und J. F. Hennings einen mehr landschaftlichen 
Charakter als bei J. I3cnedirIcz' u. A.. und erhebt sich tiherhatipt 
bei den erstgenannten zu einer coloristisehen Bedeutung; welche an 
die eines P. Grfib, If. Alt und C. Wwvzcr, hinanreicht. Was aber 
Qüilglio in der älteren Periode, das ist neuestens Chr. Junk in de!" 
architektonischen Bühnenmalerei.
        

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