Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-525592
D91 
lsch: 
Kunst. 
D1 
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Architektur. 
Ber] 
Malerei. 
47 
und den schon genannten Schlüter kurz vor dem Ende des 17. Jahr- 
hunderts die Akademie der Künste gründen, die erste Vollen um" 
fanges in Deutschland. Die Malerei sollte indess das Uehergewicht 
haben, welcher doch weder der genannte italienisirte Niederländer 
noch seine minder laegzibten Genossen einen genügenden Aufschwung 
zu geben vermochten. Es war Wenigstens dem Nachfolger des 
Gründers Friedrich Wilhelm I. nicht zum Vorwurf zu machen, dass 
er eine hoffnungsvolle Pflanze erstickte, als er durch Verringerung" 
der Einkünfte der jungen Kunstanstalt, deren Treiben er für eitel 
Luxus erachtete, diese fast wieder bis zur Auflösung brachte. Friedrich 
der Grosse musste daher den Samen von neuem legen, vergriff sich 
aber ebenfalls, wenn überhaupt fruchtbarer damals vorhanden war, 
in der Auswahl desselben. Auf A. Pesne ("t 1757), der als Por- 
träitist nicht ohne Verdienst, wenn auch sonst seinem künstlerischen 
W erthe nach (Gemälde in Sanssouci) höchstens als technischer Eklek- 
tiker nennenswerth, folgte im Direktorium B. N. le Sueußr (1- 1782), 
vielleicht vorwiegend seiner Vielseitigkeit wegen berufen. Des letzteren 
Tüchtigkeit lag in der Zeichnung. Da aber sein eigenes Erfindungs- 
vermögen gering war, so gefiel er sich mehr in der freilich nicht 
manierfreien Nachbildung verschiedener meist italienischer Meister. 
Wie an den meisten Malerschulen seiner Zeit, so galt demnach auch 
in Berlin die Erlangung' der Fähigkeit, ältere Werke zu reproduciren, 
als das Endziel der Kunst und Le Sueur war mithin die geeignete 
Persönlichkeit für seine Stelle. 
Mit Uhr. B. Rode (i- 1797), welcher sich vorzugsweise durch 
Produktivität auszeichnete, änderte sich zwar die Richtung der Aka- 
demie, doch nicht entschieden zum Besseren. Berliner von Geburt 
war er doch Schüler seines Vorgängers im Direktorium, dann des 
G. Vanloo, mithin ganz in der Moderichtung seiner Zeit aufgegangen- 
Die wenigen von noch erhaltenen seiner einst zahlreichen Plafond- 
fresken zeigen jedoch eine frische heitere Farbe und Sinn für Gom- 
positioil, wenn sie auch durch die leicht- und eilfertige Flüchtlgkell 
nicht auf die Dauer zu fesseln vermögen: Von der neuen Richtung, 
welche sich unter seinem Direktorium zu Berlin in unverkennbarer 
Weise bereits aussprach, hatte er noch keine Ahnung; Selbst Mengsl 
Bestrebungen scheinen ihn kaum berührt zu haben. So reichte er 
auch in seinen zahlreichen Arbeiten mit der Radirnadel nicht ent- 
fernt an seinen Zeitgenossen D. N. Chodowieclog; ("i 1801.), den man
        

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