Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-531555
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kampfa gezeigt hat. Die Wirkung coloristischer Gegensätze und das 
Aufsuchen überraschender Lösungen bleibt indess immer die Haupt- 
sache, wobei dann freilich auch nicht selten ein beabsichtigter Con- 
trastetfekt misslingt, wie z. B. das Brustbild einer Römerin im Mu- 
seum zu Basel trotz grasgrüneln Schleier im Incarnat doch noch 
grün bleibt. Gleichwohl kann dieser Zukunftsmalerei der Werth 
nicht abgesprochen werden, der freilich erst dann völlig klar werden 
wird, wenn das Stadium des Experiments überwunden und das 
rechte Maass gefunden sein wird. 
Einen gemässigteren Weg hat Ansclm Fenerbaclt, 1829 als der 
Sohn des bekannten Humanisten und als der Enkel des berühmten 
Criminalisten Feuerbach zu Speier geboren, betreten. Die WÄ Scha- 
doxwsche Schule, in dessen speziellen Unterricht er sich zunächst 
1846'begah, hatte seiner lebhaften und auf das Grosse gerichteten 
Phantasie unmöglich entsprechen können; mehr die Münchener, in 
welche er zwei Jahre später übersiedelte; doch war hier der Ein- 
druck, den Rahl, damals eine Zeit lang in München niedergelassen, 
auf ihn ausübte, zu mächtig, als dass er sich für den ausgelebten 
Cornelianismtls ocler- für den eben auftauchenden Realismus der 
Schule ltätte bestimmen können. Rahl ähnlich an Beweglichkeit trat 
er 1850 in die Antwerpener Akademie und 1851 in das Atelier 
Cotttures, in welchem er zwar auch nur kurze Zeit blieb, jedoch 
nicht ohne von der plitStlSßllßll Modellirtmg der Franzosen Nutzen 
zuziehen, worauf er nach kurzem Aufenthalt in Carlsruhe als badi- 
scher Stipendiat 1854 nach Italien ging, das ihn nun für lange Zeit 
fesselte. Die in Venedig gewonnene Sicherheit hinsichtlich seines 
Weges bewies er nun dadurch, dass er trotz der Ungunst, mit 
welcher in Carlsruhe seine treffliche Copie der Assunta wie seine 
im Geiste Tiziants gefassten originalen Arbeiten aufgenommen und 
mit Entziehung des Stipendiums gewissermassen bestraft wurden, 
doch bei seiner künstlerischen Uebcrzeugung beharrte, wie die bei 
Baron Schack befindlichen Werke aus dem Anfang der sechziger 
Jahre zeigen. Der römische Aufenthalt blieb dann auch nicht ohne 
den Einfluss, welchen die Cinquecentisten im Vatican auf wenige 
Künstler auszuüben verfehlen, die monumentaler und idealer Richtung 
ltuldigten. Sein wGastmahl des Platos, in einem etwas kreidigen 
Frescostyl gehalten, stellte sich unter die hervorragendsten Werke 
der Münchener Ausstellung 1869, Während die folgenden bofphßug
        

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