Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-531533
Ekl 
Ädika 
Hist 
1er 
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während im (fiegensatz dazu  JIFZIIPT, von dem gleichnamigen 
Düsseldorfer Maler der Dege-rschen Gruppe durch den Künstlerscherz- 
namen des Clomponirniüllers tmterschietlen, Welcher mehr zeichnete 
als malte, in seinen Formen einer modernen Zierlichkeit huldigte. 
L. Tlzicrsrlz, welchen längere 'l'h5itigkcit in Griechenland zum Ein- 
gehen auf die Farbentiefe der griechischen Kirchenmalerei genöthigt 
hatte, suchte nach seiner Rückkehr in die Heimat in seinen religiö- 
sen wie mythischen und allegorischen Werken dem Colorit des Ostens 
Eingang zu verschaffen, wobei er überdiess der lllodellrealität, wel- 
cher er durch Porträtthätigkeit genähert worden War, Rechnung trug. 
Aug. r. Hecke! strebte nach Energie in Form und Farbe, freilich 
nicht immer über Costümbehandlung, Mimik und Pathos der Bühne, 
der er seine hervorragendsten Werke (König Lear) entnahm, hinaus- 
kommend. Wohlthätiger war Einfluss und Vorbild von Erich Currens 
aus Cöln, der als fertig gebildeter Porträtmaler nach München kam 
und in seinen religiösen Werken eine glückliche Verbindung von 
niederländischen und italienischen Studien, von Modell und Styl wie 
von feinem Form- und Farbegefühl zeigte. Auch C. liVilliclfs Werke 
mythischen Inhalts fussen auf italienischen Studien, besonders der 
Venetianer. Frierl. Pacht, welcher, obwohl badischer Hofmaler und 
trotz der Wandgemälde im Rathhaussaal seiner Vaterstadt Constanz 
seiner sonstigen Wirksamkeit Lind seinem gewöhnlichen Aufenthalte 
nach für München in Anspruch genommen werden darf, zeigte da- 
gegen einen mehr eklektischen Standpunkt und war sich selbst in 
seinen namentlich in Carton und Skizze vortrefflichen Werken ebenso 
ungleich, wie in seinen geistreichen und anziehenden Schriften, 
Welche indess unbestreitbar an der wachsenden Theilnahme des Pub- 
likums für die Kunst einen grossen und das allgemeine Verständniss 
fördernden Antheil haben. Noch universeller ist Auy. v. Kreling 
aus Hannover angelegt, welcher ebenso geschickt in der Cartonzeich- 
nung wie in der Ocltechnik mittelalterliche und moderne, Sujets 
darstellte, im Ornamentfache, im Architektonischen und in plasti- 
sehen Entwürfen gleich bewandert war und dadurch allerdings für 
die Direction der Nürnberger Kunstschule, welche er seit 1852 ver- 
sieht, als die geeignetste Persönlichkeit betrachtet werden 1111155 
Ist all' diesen Künstlern ein gewisser Eklekticismus eigen, welcher 
auf dem Weg des Compromisses zwischen Alt und Neu, zwischen 
Itlealität und Realität, ZWlSChGH Form und Colorit jeden auf seine 
Reber, läunstgeschichte. 41
        

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