Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-531519
ersichtlich, welches den Künstler voraussichtlich noch mehre Jahre 
beschäftigen wird. 
Piloty war schon seit Jahren der fruchtbarste Lehrer der Mün- 
chener Akademie, da Kaulbach überhaupt wenig und Schwind immer 
Weniger Schüler hatte, bis endlich nach dem Ableben der Genann- 
ten, da ausser A. Müller und den Lehrern der unteren Stufen alle 
Professoren der neuen Richtung angehörten, die Alleinherrschaft 
seiner Schule besiegelt war. Denn selbst die nächst ihm bedeutendste 
Künstlererscheinung Münchens in der neuesten Zeit, Bar. Arthur 
v. Raiznberg, vermochte neben ihm nur einen mehr indirekten Ein- 
fluss zu üben, der freilich höchst erfreulich war und namentlich vor 
der Verwilderung zurückhielt, welche mehr als durch den Pilotyschen 
Realismus durch die Coloristen hereinzubrechen drohte. Geboren 
1815 zu Wien war er 1850 nach München übergesiedelt, wo er zwar 
Schwindls Einfluss erfuhr, aber sein grosses coloristisches Talent 
namentlich in gediegener Durchführung seiner Genredarstellungen ent- 
faltete. Wie Schwind seine romantischen Gestalten statt der schwach- 
lich sentimentalen Magerkeit der früheren Zeit in classisch reizvoller 
gesunder Kraft neu zu beleben wusste, so verstand es Bamberg, 
über seine zunächst dem ländlichen Leben entnommenen Gestalten 
einen Hauch von idealer Schönheit auszugiessen, der mit lebendiger 
Charakteristik und Empfindung verbunden von hinreissender Wirkung 
ist. Fiel diese Gombination schon in seinen früheren Werken auf, 
wie in dem Bauerburschen, der es versäumt hatte, den ihm begeg- 
neten drei hübschen Dirnen etwas Verbindliches zu sagen, in dem 
blöden Blumenstraussüberreicher oder in der hinter dem Fenster 
versteckten Geliebten, so trat sie noch mehr hervor in den späteren 
Werken, die Bamberg nach seiner Berufung als Professor nach Wei- 
mar und später nach München, namentlich nach letzterer (1866) 
Schuf. Die Idealität und Eleganz, die ihm eigen, drängte ihn nem- 
lich von1 bäuerlichen Stoffgebiet hinweg, und liess ihn, wozu der 
Aufenthalt in der Dichterstadt naheliegende Veranlassung war, an 
den Dichterwerken und namentlich an jenen, welche gleichzeitige 
Stoffe behandelten, haften. Der Schillergallerie f), an der sich auch 
Fried. Pecht betheiligte, stellte sich die Illustrationsserie zu Hermann 
 
Leipzig in zwei 
in 
Brockhaus 
Bei 
publicirt. 
GPÖSSBII
        

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