Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-531449
632 
IV 
Buch. 
III. 
der 
Malerei 
Gegenwart 
in 
Düsseldorf und 
Berlin. 
stellungen der Kunsthändler Schulte und Bismeyer von den anderen 
Notiz nimmt. S0 hat sich denn der Schulzusammenhang mehr als 
gelockert, und ist in der That nur mehr bei den Vertretern der religiö- 
sen Malerei in der Weise Degens und in der um Achenbach gruppirten 
Genossen Landschaftsmalerei zu finden. Es ist aber keine Frage, dass 
dieser grossstädtische Charakter des Kunstbetriebs der kleinen Rhein- 
stadt nicht zuträglich sein kann, da der mangelnde Zusammenhalt 
nicht wie in Berlin oder Paris in der Anregung weltstädtischen Lebens 
und Treibens seinen Ersatz findet.  
Nicht blos in der Auflösung der Schulgeschlossenheit liegt aber 
der Grund des Zurückgehens der rheinischen Akademie wie der 
gemeinsame Charakter der neuesten Kunst in Berlin und Düssel- 
dorf, sondern namentlich auch in einem anderen Umstande, welcher 
in den veränderten Verhältnissen und in der Vermehrung der Ab- 
nehmer von Kunstschöpfungen liegt. Selten mehr handelt es sich 
nemlich jetzt un1 monumentale Aufgaben, Aufträge von Mäcenaten, 
Körperschaften u. s. w., sondern fast ausschliessend um Salon- 
schmuck. Je mehr sich Umfang und Bedeutung des Verlangten 
verringert, desto mehr hat sich die Zahl der Besteller oder vielmehr 
der Käufer gesteigert. Die Folge davon ist, dass der Kunstbetrieb 
einen industrielleren Charakter erhält, wie früher; dass mit der Ar- 
beit für den Markt preiswürdige Qualität und Verkauflichkeit sich 
als nächstes Ziel setzen, kurz, dass mit dem dadurch grossgezogenen 
Virtuosenthum die künstlerische T hätigkeit überwiegend Production 
im handwerklichen Sinne des Wortes geworden ist oder wenigstens 
zu werden droht. 
        

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