Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-531431
Wicklung ebenso wie der bedeutendste Landschafter den Franzosen, 
nemlich A. Brendel. Freilich hat dieser sein Gebiet ziemlich eng 
gesteckt und von der ganzen Thierwelt beinahe ausschliessend die 
Schafe als seinen Gegenstand erkoren; aber er entfaltet dabei nicht 
blos eine erstaunliche Naturtreue, sondern wie z. B. im xHeimgang 
zum Dorfea eine ungemein poesievolle Composition, oder wie in der 
xTOllGttG des Hirtenc einen feinen und liebenswürdigen Humor, 
welche das Thierbild zum Genre im besten Sinne erheben. C. Stefeck 
dagegen, zunächst an Wouwermann sich anlehnend, cultivirt mit. 
Erfolg, wenn auch in allzu gelecktcr Glätte, das Pferdestück, E. Hal- 
Iatz, der übrigens auch im ländlichen Genre lobenswerth, vorwiegend 
das Hornvieh, und der an die Weise einer Rosa Bonheur gemah- 
nende E. Ockel neben dem Weidevieh auch das Hochwild, wäh- 
rend H. Frecse", J. Arnold u. a. überhaupt dem Jagdstück zuge- 
wandt scheinen.  
Im Architekturbilde entwickeln Paul Gräb jzm, getreu 
in die Fussstapfen des berühmten Vaters tretend, und E. Cauwer 
eine vielleicht weltbekannte Meisterschaft, während C. Rundt mit 
seinen italienischen Architekturen dieiältere Schule kaum mehr ab- 
zustreifen vermag. Sonst ist noch E. Etoaldt zu nennen, nament- 
lich in aquarellirten Architektur]andschaften glücklich. 
Vergleicht man schliesslich die neueste Kunstthätigkeit Düssel- 
dorfs und Berlins, so kann man nicht verkennen, dass Berlin der 
früher bedeutend überlegenen rheinischen Kunststadt gegenüber 
gewonnen hat. War früher die Abhängigkeit von der letzteren 
entschieden und Vorgang wie Führerschaft in der Entwicklung un- 
zweifelhaft auf deren Seite, so erscheint jetzt Berlin wenigstens 
insoweit emancipirt, als es nur an jenen Einflüssen Theil hat, von 
welchen jede deutsche Kunststadt mehr oder minder inficirt ist. 
Düsseldorfs grosse Meister der älteren Schule haben entweder ihre 
Thätigkeit eingestellt oder sind Berufungen nach Aussen gefolgt, 
und seine Akademie hat die einstige Zugkraft entschieden verloren. 
Die Künstlerschaft daselbst hat auch auf den früheren Zusammen- 
hang verzichtet, durch welchen sie vordem in gegenseitigem Aus- 
tausch der Errungenschaften einen so compacten und in freund- 
SChüftliChOf Rivalität lebenskräftigen Charakter einer selbstständigen 
Schule erhalten hatte, während jetzt der Einzelne auf eigene Faust im 
eigenen Hause schaltet und waltet und zumeist nur auf den Aus-
        

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