Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-531415
Ugg 
zu den Seltenheiten; häufiger fallen die Darstellungen durch un- 
gleiches Gelingen des Gewollten auseinander und machen vielmehr 
den Eindruck der Unwahrheit. Je mehr die Licht-, Ton- und Far- 
beneffekte sich in den Vordergrund drängten, desto mehr verlor 
sich die landschaftliche Darstellung selbst von der blosen unum- 
schriebenen und kaum mehr verständlichen Andeutung zuletzt in die 
äusserste Formlosigkeit. Merkwürdig, dass der Künstler, welcher von 
seinen wiederholten Weltreisen eine Fülle von meisterlichen skizzen- 
haften Veduten der auch stofflich interessantesten Art t) mitgebracht, 
für das (iegenstänclliche kein Interesse hatte und statt manchem 
brillant Verwerthbaren für grössere Bilder in der Regel das stoff- 
lich Unvortheilhafte und Leere bevorzugte, wie auch die Auswahl 
seiner Motive aus der heimischen Natur, abgesehen von einer ge- 
wissen Monotonie, beinahe unbegreiflich erscheint. Bezeichnend für 
seine "Pendenz sind seine letzten Werke, das vMeer unter dem 
Aequatom und der vRegenbogenc. Im ersteren sollte alle Form 
und Composition abgestreift, nur Himmel und Meer und dazwischen 
ein einsames Schiff dargestellt werden, und zwei Jahre lang experi- 
mentirte er in unzähligen Farbenlagen an den beiden Blau des 
nassen und atmosphärischen Elements, um endlich mit dem sblauen 
Wundere  verlacht zu werden. Nichtsdestowenig-er ist sein Stre- 
ben, die höchsten coloristischen Probleme zu lösen, kaum als Effekt- 
sucht zu verurtheilen, aber. es ist auch nicht zu leugnen, dass er die 
Unmittelbarkeit der Naturauffassung mehr und mehr geringschätzte 
und vernachlässigte, um dem lahantastischen Eindruck, den sie auf 
ihn gemacht, und somit einem Phantom nachzujagen, und dass er 
im Niedergange seiner Kunst begriffen nrar, als ihn 1868 der TOd 
abrief. 
Kein Wunder, dass E. 
Ganzen, denn im Einzelnen 
Streben 
Einfluss 
HildebrandUs 
lässt sich sein 
wenigstens im 
nicht leugnen, 
 Der grösste Tlieil derselben von der ersten Reise befindet sich im Kupfer- 
stichcabinet des Berliner Museums; die Mehrzahl der Skizzen der Reise deq 
Künstlers im Norden und Westen von Europa bis Madeira (1847), der Reise na 
dem Orient (1851) und der Nordpolfahrt (1865), kam in den Besitz der. Kön-Lfl 
Wittwe von Preussen, die reiche Ausbeute seiner Reise nach Indien 31km 
Japan, Californien u. s. w. von 1862 und 1863 in Privathesitz. Eine Äwlinlai 
der letzteren ist in Gliromolithographien von B. Steinbock bei R W n, aWa-l 
Berlin (seit 1869) erschienen. ' aaner m
        

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