Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-531359
dem Bildniss zu Oscar und Adalb. Begas, die beiden Maler unter 
den begabten Söhnen des früher besprochenen Carl Begas, beide be- 
sonders glücklich im Damenbildniss, ferner OarlBicwnamz, P. Bülow, 
der im Reiterbildniss gewandte C. Freibcrg, G. Gräf, A. Grell, 
A. Hähnisch, in seiner Buntstifttechnik einzig und gesucht, Lauchert, 
mehr als pikant durch kokette Unnatur, E. Radtke u. A. 
Auch die Landschaft hatte in Düsseldorf seit Langem her- 
vorragende Vermittler, welche den Eintritt der realistiseh-eoloristi- 
schen Periode vorbereiteten, und zwar gerade in den beiden älteren 
Hauptvertretern des Faches, in dem classischen Idealisten Schirmer, 
Welcher die Farbe, und in dem Romantiker Lessing, der die formale 
Realität der Erscheinung über die sonstige Uebung hinaus gesteigert 
hatte. Es war daher auch in diesem Gebiete kein Bruch mit der 
Tradition nöthig, sondern nur noch das weitere Abstreifen der roman- 
tischen Idealität, worauf die ganze Entwicklung namentlich Lessings 
hingewiesen hatte. Nur bedurfte es einer frischen Kraft, um an 
der Stelle einzusetzen, bis zu welcher Lessing diess Kunstgebiet ge- 
führt hatte, und eine solche war in dem für Deutschland wohl 
bedeutendsten Talente der modernsten Landschaft, in Andreas Achcn- 
back herangereift. 
Geboren 1815 zu Cassel gehört er schon in seinen Anfängen 
in Schirmefs Schule, nur mehr der Zeit nach noch in die vorige 
Periode; denn schon seine ersteren, der Umgegend Düsseldorfs, den 
Rheinniederungen wie den Berglanden der Ahr, Eifel und des 
Hundsrück entnommenen Landschaften zeigten statt des romantischen 
Typus der Arbeiten seiner Zeitgenossen eine Naturtreue und Leben- 
digkeit, welche in Form und Farbe nicht blos den genialen Künstler, 
sondern auch eine neue Kunstauffassung ankündigten. Doch trieb 
es ihn bald hinaus aus der Enge der rheinischen Kunststadt, die 
in unmittelbarer Umgebung an bedeutenden landschaftlichen Motiven 
arm, ihm, der grossartiger Vorwürfe bedurfte, um die Grossartigkeit 
seiner Auffassung und Idee entfalten zu können, am wenigsten ge- 
nügen konnte. Vor Allem zog es ihn an das Meer, mit welchem 
er sich an den niederländischen, englischen und skandinavischen 
Küsten vertraut machte. Da gingen überdiess weder die holländi- 
schen Marinemaler, noch die landschaftlichen Lichteffect-Coloristen, 
wie Jan van der Meer von Delft, spurlos an ihm vorüber, und be,
        

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