Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-531306
618 
10h. 
III. 
CHP- 
Malerei 
der 
Gegenwart 
Düsseldorf und 
in 
Berlin. 
als genrehafter Art stellt 
gekommenen Bleibtreu. 
sich 
Kaiser 
neben 
den 
VOI] 
Düsseldorf 
Trotz Delaroche und Gallait, trotz ereignissreicher Zeitgeschichte 
und grosser weltgeschichtlicher Thaten, die zu verherrlichen standen, 
brachte es jedoch keiner der genannten Künstler, wenn er nicht 
selbst die Historie verliess, zu so entschiedener Bedeutung, wie sie 
einige Meister des Genre und der Landschaft erlangt haben. Die 
beiden Düsseldorfer Genremeister Knaus und Vautier sind durch ihre 
Schöpfungen sogar zu einer Popularität gekommen, welche sie un- 
mittelbar neben die holländischen Kleinmeister stellt. Imd. Knaus, 
geb. 1829 zu Wiesbaden, hatte sich von vorneherein dem klein- 
bürgerlichen und bäuerlichen Genre gewidmet und sich rasch aus 
den Holländern und modernen Franzosen seinen eigenen Styl her- 
ausgebildet, der durch eine überaus feine und ohne drastische Effekte 
wirksame lucide Färbung sogleich die Aufmerksamkeit der Kunst- 
genossen auf ihn lenkte. Später lange Jahre in Paris selbst arbei- 
tend, wo er nichtminder geschätzt ward als in Deutschland, nahm 
er an der ganzen Entwicklung der französischen Kunst bis 1866 
den lebhaftesten Antheil, obwohl er bei seiner eigenen Art blieb und 
sich höchstens durch Rococostudien sichtbar beeinflussen liess. 
Namentlich verzichtete er nie auf die inhaltliche Bedeutung, deren 
Werthschätzung die coloristischen wie realistischen Fortschritte Frank- 
reichs fast auf Nichts herabgedrückt hatten. Sinnige Gemüthlichkeit 
zeichnete alle seine Werke aus, und die meist harmlosen Scenen 
übten in der Regel keine geringere Anziehungskraft als die vollendete 
technische Behandlung. Besonders erweckten die Darstellungen aus 
dem Kinderleben, wie wdie Kinderprügeleic, wdas die Puppe lieb- 
kosende Mädchena, xder Katzentischa, das xblumenpflückende Kinds f), 
MVie die Alten sungen, so zwitschern die Jungenwt), vln tausend 
Aengsten (Kind mit Gänsenk u. s. w., das stoffliche wie das künst- 
lerische Interesse in seltener Weise. Gewöhnlich herrscht auch ein 
feiner Humor in anderen Gebieten, welche seit seinem ersten Bild 
vSanct Märtem (düsseldorfische Kinderbelustigung am Martinsabend) 
bis zur Gegenwart eine Unzahl von Erscheinungen" des täglichen 
Ravemä zu Berlin. 
Nafionalgallerie. 
der Gallerie 
der Berliner
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.