Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-531280
fänglichere Schöpfungen gelangen ihm Weniger, Wie die von König 
Mak II. von Bayern bestellte Darstellung des wBaues der Pyra- 
miden: f), wobei die Localtöne zu wenig zu einheitlicher Gesammt- 
Wirkung verbunden und die Composition allzusehr aus Modelliiguren 
zusammengesetzt und iin Einzelnen posirt erscheint. Als weit be- 
deutender muss Acl. F. E. Jfenzel, geb. zu Breslau 1815, bezeichnet 
werden, welcher frühzeitig französischen Vorbildern nachstrebend 
mit kleinem Genre, Arabesken, Vignetten u. s. w. begann, bis ihn 
die Herstellung der Illustrationen zu Kuglefs Friedrich dem Grossen 
auf die Geschichte der Zeit dieses Königs wies. Der Ueberfall von 
Hochkirch, der Besuch Friedrich WVilhelm I. in einer Dorfschule u. a. m. 
zeigten, wie gründlich sich der Meister in die Gesammterscheinung 
gefunden, während er in seinem Colorit nach jener etwas krausen 
Bewegtheit und Lebenswahrheit suchte, in welcher er freilich lange 
den rechten Punkt nicht zu finden vermochte. Auch sein wDiner 
Friedrich des Grossen in Sanssoucic i") erscheint bei fesselnder 
Wahrheit der Figuren des Interieurs und übrigen Beiwerks noch 
etwas ziegelig, aquarellartig und ungleich durchgeführt, und die 
wKrönung des Königs Wilhelm I. in Königsberg.(1862yßtt) als ein 
trockenes Ceremoniebiid mit hartem, durch die gebotenen Staats- 
gewänder Linerfreulichem Golorit. Dagegen haben neuerlich kleinere 
skizzenartige Werke des Meisters, mit denen er sich in einer neuen 
lediglich in Farben wirkenden Technik versuchte, wie das sMissions- 
fest bei Bad Kösene und namentlich der fesselnde swochentag in 
Pariss durch die auf alle Zeichnung verzichtende und rein colo- 
ristische Meisterschaft einen wahrhaft zauberhaften Eindruck hervor- 
gebracht und sich in die erste Linie aller in Wien versammelten 
Werke gestellt. 
Selbstverständlich ist ein Schüler-Anschluss an Menzel weniger 
möglich als an Richter oder Schrader, zwischen welchen die neue 
Berliner Historienmalerei zu schwanken scheint. Freilich spielten 
dabei spezielle französische oder belgische Einflüsse herein, deren 
Art dann den einzelnen Künstlern ihr individuelles Gepräge verlieh. 
S0 war es längere Schulung in Paris, welche R. Heimeberg sehr zu 
4) Im k, Maximilianeum zu München. 
 Eigenthum des Vereins der Kunstfreunde 
Mt) Im k. Schloss zu Berlin. 
Berlin. 
in
        

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