Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-531262
geb. zu Aachen 1820, so lange sie sich an die Historie hielten. Von 
den jüngeren Historienmalern Düsseldorfs aber haben sich Alb. Baur 
und M. v. Beckerratlz wenigstens durch je ein bedeutenderes Werk 
einen Namen gemacht, so der erstere, nun in Weimar wirkend, 
durch sein stimmungsvolles Bild xdie Bestattung einer christlichen 
Arenamartyrerimt), der zweite durch das an Rethel gemahnende 
sBegräbniss Alarich's im Bett des Busentowr) 
Während aber einerseits die Bendemannsche Weise durch P. Jansen, 
welchem das Glück einen monumentalen Auftrag im Rathhause zu 
Bremen verschaffte, dessen O. Knille in Hannover nach dem hiefür 
geschaffenen Carton mindestens ebenso würdig gewesen wäre, sich 
fortsetzte, hat der Leys'sche Archaismus seinen Weg auch nach 
Düsseldorf und in der Person des Bussen Ecl. von Gebhardt einen 
tüchtigen Vertreter gefunden. Seine religiösen Darstellungen, wie 
sAbendmahle, xEPWGCkUDg der Tochter des Jairusq, sKreuzabnahmeQ, 
))An's Kreuz mit ihma u. s. w. verbinden das Studium der alt- 
deutschen Meister und spanischen Naturalisten mit rücksichtsloser 
Naturwahrheit, wobei auf Farbenschönheit ganz verzichtet ist. 
Eines besonderen Erfolges erfreute sich Düsseldorf im kriegerischen 
Geschichtsbild und Genre. Obenan steht hierin W. Camphazisen, 
geb. 1818 zu Düsseldorf. Er hatte von Lessing angeregt seine Stoffe 
zunächst dem dreissigjährigen Kriege und später der gleichzeitigen 
englischen Revolution entnommen und dabei sich der seiner Schule 
eigenen Glätte und vollendeten Durchführung betleissigt. Allein seine 
Sicherheit namentlich in der Pferdedarstellung, dazu Leutze's Einfluss 
liessen ihn von diesem kriegsgeschichtlichen Genre abstehen, um in 
lebensgrossen Reiterbildern aus der preussischen Geschichte seinem 
Drang zu markiger Breite der Pinselführung genügen und vorzugsweise 
seine Bravour in der Darstellung scharf ansprengender Pferde, die 
er meisterhaft en face zu zeichnen vermochte, im Grossen zeigen 
zu können. Auch der Eindruck seiner Helden ist immer ein bedeu- 
tender, wenn gleich Camphausen die Bezeichnung als Düsseldorfer 
H. Vernet wegen der Monotonie seiner Werke nicht ganz verdient. 
Es fallen auch diese Arbeiten, selbst wenn die königlichen Haupt- 
gestalten, Friedrich der Grosse, der grosse Churfürst, Kaiser Wilhelm, 
i 
 In der städtischen Gemäldegallerie zu Düsseldorf. 
M) In der Schulteäschen Kunsthandlung zu Düsseldorf.
        

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