Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-531240
idealistischen Tendenz der Schule nur immer vertragen konnte. 
Deshalb ist der Uebergang in Düsseldorf und in dem von der rhei- 
nischen Akademie mehr als von der eigenen bestimmten Berlin ein 
längst vorbereiteter und allmäliger: die Schüler gingen eben um 
einen Schritt weiter als die Meister.  
Die kleineren Fächer, Genre, Landschaft, Thierstück, Architektur- 
bild und Stillleben waren, wie diess nach unserer früheren Darlegung 
im Wesen der neuen Richtung liegt, vorangegangen, der Historien- 
nialerei aber durch das Porträt die Brücke geschlagen worden. 
Lessing namentlich hatte, seit Hildebrandt erlahmte, seinen Weg in 
Landschaft und Historie stetigen Schrittes fortgesetzt und sich da- 
durch ebenso an die Spitze der neuen Richtung gestellt, wie er 
lange vorher als der Vermittler derselben an der Schwelle gestanden 
War. Wenn er aber im Historienbilde die Höhe nicht erreichte, 
welche er in der historisch staftirten oder reinen Landschaft erlangt 
hat, so lag diess zum grossen Theile in der Unzugänglichkeit der 
Historie für die neue Richtung. Es tritt überhaupt das Geschichts- 
bild sowohl religiöser als profaner Gattung entschieden zurück und 
der bedeutenderen Namen seiner Vertreter werden von nun an un- 
gleich weniger, als sie in der vorigen Epoche gewesen waren. 
Einer der talentvollsten Schüler Lessings (seit 1841), der 
Amerikaner Eman. Leutze, hatte nach einigen anderen noch seiner 
Schule getreuen Werken (vgl. S. 392) in seinem grossen Bilde 
sWashingtons Uebergang über den Delaware 1776c in der Berliner 
Ausstellung 1852 die neue Richtung zum ersten Male vollkommen 
bethätigt. Es konnte nur beklagt werden, dass der bedeutende 
Künstler, Wßlßllfll" durch vCarl II. von England letzte SOIFÖQK und 
pAnna Boleyn überredet Heinrich VIlI., den Cardinal Wolsey zu 
verabschiedenwt) auch auf der Münchener Ausstellung 1858 Auf- 
sehen rnachte, nach einigen Jahren wieder in seine Heimat zurück- 
ging und dort, mit der Ausmalung des Gapitols zu Washington 
beschäftigt, schon 1868 starb. Gleichzeitig mit ihm hatte Jul. Schrader, 
geb. zu Berlin 1817, den Einfluss seines Lehrers Th. Hildebrandt 
abgestreift und in seiner wUebergztbe von Calais an Eduard III. von 
1') Das erstere -im Besitz 
dem des Baron Stein zu Cöln. 
Kaufmanns 
des 
Jung 
in 
Paris , 
das 
letztere 
in
        

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