Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-531209
und dass namentlich die Benützung, der alten Vorbilder zu grosser 
Mannigfaltigkeit führte, liegt in der Natur der Sache und ist sowohl 
durch H. Leys wie auch durch französische Einflüsse befördert wor- 
den. Die Nachfolger Leys" im Genre sind bereits oben genannt 
worden; ebenso wurden die Meister der Gruppe Brackeleer, an 
welche sich etwa noch Al. Ilmzin, J. Gairnaert und Fr. Verkeydcn 
anschlossen, bereits namhaft gemacht worden. Mehre andere legten 
sich auf eigene Faust auf das Studium der holländischen Klein- 
meister, wie Al. vanHaznmc und der fleissige Fl. Willcms. J. B. 
JVIadon, der Nestor der belgischen Genremalerei, geb. 1796, bis zu 
den letzten Jahren die brüsseler Salons mit seinen harmlos heiteren 
Scenen beschickend, hat in stetem Fortschritte von Teniers aus den 
Weg zur Modernität und frischen Naturunmittelbarkeit gefunden. 
Von einer grösseren Zahl anderer tüchtiger Genremeister, welche, 
ohne in realistisches Extrem zu verfallen, die Natur als ihre vor- 
nehmste Lehrerin betrachteten, wie D. C01, L. Dansaert, Th. Gerard, 
Fr. Musin, A. Robert u. A. ragen hervor Ad. Dillems, geb. 1821, 
der seine Stoffe vorzugsweise dem Zeeland entnahm, E. de Block, 
geb. 1812, durch die Energie seiner Farbe ausgezeichnet, und 
H. Bourgc, dessen wTrauerbotschaft, von zwei Fischern in's Haus 
der Verunglückten gebrachte t) verdientermassen Aufsehen erregt 
hat. A. Hennebicq, geb. 1836 und Ohr. Hermans, geb. 1839, ent- 
nehmen ihre Stoffe mit Vorliebe Italien, während C. Paycn, geb. 1821 
und J. mm Severdonck, geb.,1819, das Kriegsgenre cultivirend in 
dem letzten französisch-deutschen Krieg Gelegenheit zu hübscher 
Entfaltung ihres realistischen Talentes gefunden haben. Das Glän- 
zendste jedoch leistet das belgische Genre im Gebiete des modernen 
Damenboudoirs. Hierin steht Alfred Stevens obenan, welcher mit 
dem Franzosen A. gToulmouche dieses der Kunst anscheinend so 
spröde Gebiet erobert hat. Teppiche, Seidenroben, türkische Shawls 
und Ltixusgeräth spielen natürlich auch hierin eine Hauptrolle, wie 
in den gleichartigen Darstellungen der Rococointerieurs. Gast. de 
Joozglze wie Franz und Jean Verlzas aber haben Stevens nahezu 
erreicht und die Salonbeliebtheit der artigen Stücke dürfte die Adepten 
dieser Richtung noch vermehren. 
Die Bedeutung der Schule Verboeckhovens sicherte auch dem 
Von 
1869. 
Pal: 
Ducal 
ZU 
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