Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-531136
UUJ. 
zehn Jahre lang; in Weimar für die belgische Richtung; erfolgreich 
Propaganda gemacht. 
Eine merkwürdige Erscheinung bildet Ami. J. Wiertz, geb. zu 
Dinant 1806, 1' zu Brüssel 1865 ü). Hatten bisher die Studien der 
Antwerpener Akademie vorwiegend der eoloristischen Seite ihrer 
grossen niederländischen Vorbilder gegolten, so wandte sich jetzt 
Wiertz auf deren Formgebung und Composition. Daraufhin widmete 
er in Paris lllld endlich in Rom auch den italienischen Meistern seine 
Aufmerksamkeit. 1837 in die Heimat zurückgekehrt schien er an- 
fangs nach der Wahl seiner Gegenstände den Classicismus David's 
wieder erwecken zu wollen; doch wurde es bald klar, dass seine 
Gestalten vielmehr bei Michel-Angelo als bei den antiken Statuen 
der Museen anknüpften. Wie aber Tintoretto die Zeichnung Michel- 
Angelds mit der Färbung Tizian's zu verbinden gestrebt, so glaubte 
Wiertz eine solche Verbindung des ersteren mit Rubens in Form und 
Colorit bewerkstelligen zu können. Der Vergleich mit Tintoretto liegt 
aber auch noch in anderem Sinne nahe: dieselbe Lust an knäuelartigen 
Verwicklungen, wie sie Tintorettds jüngstes Gericht und andere 
derartige Compositionen zeigen, beherrscht auch den phantasievollen 
Brüsseler Meister und zwar selbst noch in höherem Grade, als einst 
Rubens oder Michelangelo. Dazu entspricht auch die coloristische 
Wirkung der grösseren Wiertzschen Compositionen jener des ge- 
nannten Venetianers, während die Formgebung weniger knöehern 
und trocken ist und vielmehr an das üppige Fleisch des grossen 
Antwerpeners erinnert.  
Die chaotische Fülle und Phantasiewucherung, wie sie Wiertz 
eigen, tritt aber in gleicher Weise auf, mag sich der Künstler in 
religiösem oder profanem Gebiete bewegen. Sein Triumph Christi, 
Le Phare du Golgatha, oder die Höllenempörung sind so phantastisch 
überschwenglich, wie die  aLa Pulssance 
huniaine n'a point de limitesc, xdel" Homerische Kampfe, vdie letzte 
KEIDOHGa und weine Scene der Unterwelttt, in welcher Napoleon von 
Weibern mit Fleisch und Blut gespeist wird. Virie jedoch der 
Ü Die hlehrzahl seiner 
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Werke befindet sich noch im Atelis 
angekauft und in ein Wiertz-Bluseul 
des Meisters, 
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Bruxelles 1867. 
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