Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-531129
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die wahnsinnige Liebe der Wittwe zum vollendeten Ausdrucke ge- 
kommen ist. Auch im Genre ist Gallait in den beschriebenen Fällen 
entschieden glücklich, wie in dem meisterhaften Bilde sSchmerzver- 
gessenc, einer Gruppe von zwei wandernden Kindern, von welchen 
der Knabe der erschöpft hingesunkenen Schwester mit der Geige 
den Schmerz vergessen nlacht ö). Wie wenig dagegen die Allegorie oder 
das Bildniss Sache des Meisters ist, hat die Wiener Ausstellung gezeigt. 
Die Höhe Gallaifs wurde von Nie. de Kcyser, der sich enger 
an WVappers ansehloss, nicht erreicht, weder in den grossen reli- 
giösen Bildern noch in seinem Hauptwerke, der sog. Sporenschlacht 
bei Courtrai 1302, welches mit Wappers' aletzten Augenblicken 
Karl 1.x den Mittelpunkt des Salons 1836 bildete. Auch er hat wie 
Wappers seinen Ruhm nicht weiter gesteigert, wenn auch das Bild 
vKarl V. befreit die gefangenen Christensclaven in TIlHlSa, zu den 
bedeutenderen Werken der belgischen Schule zu zählen ist. Einer- 
seits wusste er seine Bubensstudien nie ganz zu verbergen und ander- 
seits verfiel er nicht selten, besonders im Genre, einer stisslichen 
Weichheit und coloristischen Verblasenheit. 
Von der jüngeren Generation der Antwerpener Historienmaler- 
schule ist nicht allzuviel Rülnnliches zu berichten. J. B. van Rooy, 
J. vom Eycken und J. Stallaert blieben bei der Richtung Navez', 
welche Verschaereiz mit römischen Cinquecentostudien, J. Portaels, 
der neuestens im häuslichen Genre Erfolge errungen, H. de Caisizc 
und E. Slingeizeyer mit der Schule Delaroche's zu verbinden strebten. 
E. Wauters und A. Markclbctch dagegen suchten einen Mittelweg 
zwischen der Coloristik seiner Antwerpener Schule mit der dunkel- 
ernsten Haltung der archaischen Monumentalarbeitcn H. Leysä Als 
bedeutendes coloristisches Talent ragt Jar. Ccrmak, Schüler Gallaifs 
hervor, dessen wchristliche Mädchen in der Herzegowina von Baschi- 
Bozuks für den Sklavenmarkt zu Constantinopel gefangenßt) durch 
Auffassung und lebensgrosse Figuren in's Gebiet der Geschichts- 
malerei gehören. Ch. Verlat, dessen vEinnahme von Jerusalemwrr) 
von grosser Begabung zeugt, hat indess seinen Hauptruhm im Ge- 
biete der Thiermalerei gefunden. Den Reigen schliesst Ferd. Putzt-- 
wels, seit 1872 wieder seiner Heimat zuriickgegelncn, nachdem er 
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