Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530950
seiner geliebten Gattin melancholisch gewordenen Phantasie huldigte. 
S0 in xillaria mit den heiligen Frauen in ihrem Gemach, während 
der Kreuzigungszug" vor dessen Fenster vorüber ziehta, aMaria in 
Betrachtung der  u. s. w. Immer verbindet sich poe- 
ÜSChQ Stimmung mit malerischer Schönheit und Empfindung, wo- 
durch z. B. die jugendliche den Fluss hinabtreibende vMartyrerin 
der diocletianischen Ghristenverfolgungc ihre Wirkung nicht verfehlen 
kann. Und sie wird erreicht ohne Anwendung jener Fülle der 
coloristischen Mittel, über welche doch der Künstler des Hemicycle 
gebieten konnte, und welche seine ausgedehnte Schule  und seit 
David gab es keine, welche so umfassend und selbst international 
gewesen wäre  vorab cultivirte. 
Derselbe Compromiss ztvischen der idealen und realistisch- 
coloristischen Richtung, wie wir ihn als Grundzug der Richtung 
Delaroches kennen gelernt, fand seine Anwendung im Genre durch 
Leop. Robert, geb. 1794 zu Chaux-de-Fonds im Kanton Neufchatel 
und schon 1835 durch Selbstmord zu Venedig endigend. Er hatte 
mit Brigantenbildern begonnen, wozu ihn die Gelegenheit, mit den 
zu Sonnino aufgehobenen Räubern in den Gefängnissen der Termini 
zu Studienzwecken verkehren zu dürfen, veranlasste. Doch bald 
gewann das Landvolk der Campagna wie des Golfs von Neapel, in 
welchem er den Rest der antiken Form- und Bewegungsschönheit 
zu sehen wähnte, seine entschiedene Vorliebe. Zu dieser classischeil 
Cirundatiffassung kam ein romantisches Element, welches dem Ganzen 
eine harmonische Innigkeit verlieh. Er selbst glaubte freilich, sich 
lediglich auf der Fährte der Natur zu befinden und empfand selbst 
am wenigsten, wie seine ideale Anschauung die Naturwirklichläeit in 
eine verklärte Erscheinung umsetzte. Ohne diese Umwandlung Würde 
auch sein Colorit nicht genügend gewesen sein, denn jene frische 
und sichere Gewandtheit in der farbigen Behandlung, Welche die 
Franzosen wchick zu nennen pflegen, war ihm keineswegs eigen. 
Unter pein- und mühevoller Arbeit kam 1827 sein erstes Hauptbild, 
sdie Rückkekr von der Pilgerfahrt zur Madonna dell, Arcoc zu 
Stande. Mehr Sicherheit und eine wunderbare Abrundung und 
Vollendung zeigen die sSchnitter in den pontinischen Sümpfenwy 
4') Die beiden Gemälde befinden sich im Louvre; eine Wieq 
letzteren vom Todesjahr des Künstlers besitzt rlie Baczynskfsche 
Berlin, beide wurden mehrfach gestochen, geätzt und litlmgraphirL 
zrholung 
Gallerie 
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zu
        

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