Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530914
H01 
BGB 
Vernet. 
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geeignete Stoffe genug finden, Wie das xPferd des gefallenen Trom- 
peterse, den vHund des Regimentsc u, a_, Welche er mit der Hin- 
gebung des inneren Antheils in Oel ausführte, Während noch das 
Schwergewicht seiner Thätigkeit auf lithographischen Arbeiten lag. 
Selbst in seinem umfänglich bedeutendsten Werke dieser Epoche, dem 
xAbäCllled Napoleons von seiner Garde in Fontainebleaua (1825 go- 
malt) liegt das Schwergewicht der Empfindung nicht auf dem Haupt- 
helden. Da gab auch ihm wie Delacroix die Berührung mit dem 
Orient einen ganz neuen Impuls. Nachdem er seit 1833 eine Reihe 
von genrehaften Darstellungen aus Algerien gegeben, erhielt er den 
Auftrag, den Sturm auf Constantine zu malen, welche Aufgabe er 
sich in die drei bekannten Darstellungen zerlegte. Zeigt schon dies 
seine Neigung eine concentrirte Geschichtsdarstellung, für welche sein 
genrehaftes Talent kein Verständniss hatte, in Episoden aufzulösen, 
so geben auch die grössten Gemälde  und die ßWegnahme der 
Smalah, des Lagers von Abdelkadera gehört zu den Werken grössten 
Umfangs aller Zeiten  nicht viel mehr als ein Aggregat von ein- 
zelnen Gruppen. 
Freilich liegt diess nicht blos in der Individualität des Künstlers 
und in den Grenzen seiner Begabung, sondern in der realistischen 
Richtung überhaupt. NIit dem Streben nach Naturivirklichkeit ist 
der Zug zum Genrehaften, Zerklüfteten, Zerstreuten und Neben- 
sächlichen verbunden, Wozu etwas Nivellirendes kömmt, welches 
Künstler wie Beschauer von der Concentration auf den Hauptgegen- 
stand wie auf die Hauptperson ablenkt. Es begünstigt auch zu sehr 
die Aeusserlichkeit der Erscheinung, als dass es dazu drängt, SiCh 
nach Innen zu vertiefen und die innere Bedeutung zum Durchbruch 
und den Kern des Ganzen zum deutlichen Bewusstsein kommen zu 
lassen. Dazu kömmt, dass wahre Grösse immer etwas Ideales an 
sich hat, eben das, was über die gemeine und gewöhnliche Wirk- 
lichkeit erhebt. Es wird deshalb die historische Kunst höheren 
Grades sich nur schwer auf ausschliessend realistischer Grundlage 
entwickeln und des idealen Elements entbehren können. Dass sie 
Schon durch das Uebergewicht der realistischen Tendenz geschädigt 
Wird, namentlich in den idealeren Gattungen der Geschichtsmalerei,  
in den Darstellungen des Mythos, der Bibel U- S- W- hat gerade 
H, Vemet in seinen späteren biblischen Darstellungen gezeigt, zu 
welchen ihn nicht der Stoff, sondern der Anblick von Land und
        

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