Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530708
barer Versuch in Terracottaverkleidung), mit dem Universitätsge- 
bäude und den gegenüberliegenden Convicten, namentlich aber mit 
dem Bibliothekgebäude betraut, Welches trotz seiner schwerfällig 
ungegliederten Fronte in altflorentinischem Styl doch zu den impo- 
santesten Gebäude dieses Zweckes in Europa gehört und in seinem 
prachtvollen Trepltinhause mit Atrium und Eingangsaal für das, 
was Klenze in dieser Beziehung vernachlässigt hatte, entschädigt. 
Auch der beiderseitige Abschluss der Ludwigsstrasse, selbst der 
classicistische am Stadtende ward ihm übertragen, Wobei Wieder der 
reproductiven Vorliebe des Königs entsprechend die Loggia dei Lanzi 
in Florenz am Beginn der Altstadt und der Triumphbogen des Con- 
stantin am entgegengesetzten äusseren Ende imitirt ward. Ein 
gothischer Schlossbau, der sog. Wittelsbacherpalast in München 
musste verunglücken, da der Sinn für malerische Anordnung, in 
gothischen Burgen unentbehrlich, dem Architekten Wie dem könig- 
lichen Bauherrn fehlte, welcher letztere überhaupt alle landschaft- 
liche Mitwirkung vermieden wissen wollte. Gelungener dürfen ZWG] 
Werke römischen Styles genannt werden, die Spielerei des pompeia- 
nischen Hauses zu Aschaffenburg, welches reizend gelegen, archäo- 
logisch correct und vollendet durchgeführt, aber  leider kaum 
bewohnbar ist, und die stattliche Befreiungshalle, Welche als eine 
verspätete Verherrlichung der Befreiungskriege gegen Frankreich von 
Klenze mit etwas verändertem Plane nach Gärtners Tode (1847) 
vollendet werden musste. Von auswärtigen Werken Gärtners ist 
vorzugsweise das Schloss zu Athen nennenswerth.  Als ziveites 
Werk christlicher Architektur Neu-Münchens erhob sich die gothische 
Nlariabilfkirche in der Vorstadt Au, von dem schon (S. 283) erwähn- 
ten J. Ohlmiiller aus Bamberg erbaut, eine hauptsächlich durch ihre 
gemalten Fenster wirkende Hallenkirche aus Backstein mit Haustein- 
detail und durchbrochenem Thurnihelm; als drittes die 1835 begon- 
nene Bonifazius-Basilica zu München von dem sorgfältigen Gg. Fried. 
Ziebland aus Regensburg, geb. 1800, i" 1873. erbaut, welcher von 
König Ludwig zu dem Zivecke nach "Italien gesandt worden war, 
um die dortigen Basiliken zu studiren. Unter den neuen Basiliken 
dürfte die Bonifaziuskirche wohl den ersten Bang behaupten, wobei 
jedoch bei der einfachen Gestaltung dieser Bauten das geringste 
Verdienst auf die Gonception fällt. Dafür ist das Detail von höchst 
gediegener Durchführung, die vierfache Süulenreihe aus 66 Granit-
        

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