Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530694
München 
Klenze 
nd Gärtne: 
Kirchen] 
55T 
als Abschluss der Maximiliansstrasse auf dem Gasteig wünschen 
möchte, wie das Prachtthor der Propyläen (1846-1863) am Königs- 
platze zu München nur als Nachzü ler verhielten. 
S0 classicistiscli auch die Ansäiauungen des Königs waren, so 
hatte doch seine Kunstliebe ein zu universelles Gepräge, als dass 01' 
die Einseitigkeit verkennen konnte, die in einer ausschliesslichen 
Pflege jener Richtung lag. Dazu kam die nicht unerfreuliche Wie- 
derbelebung der romantischen Baukunst am Rheine und namentlich 
der Umstand, dass der Kirchenbau sich der mittelalterlichen 'l'radi- 
tion nicht verschliessen konnte. Die Erweiterung der Stadt hatte 
aber die Anlage neuer Kirchen ebenso nahegelegt wie die des Schlosses 
schon zur Anlage der Allerheiligen-Hofkirche geführt hatte. Das feine 
Verstandniss des Königs in Vertheilung der Aufgaben an hiefür 
geeignete Kritfte konnte ihn bei aller Vorliebe für Klenze nicht bestim- 
men, demselben nun auch die Kirchenbauten zu tibertragen, welche 
in wohlthätiger Abwechslung in den speziell christlichen Stylen aus- 
geführt werden sollten, nemlich, da der Byzantinismus bereits ver- 
treten war, im basilicalen, romanischen und gothischen Style. Den 
Reigen eröffnete die Ludwigskirche, schon mehrfach erwähnt als die 
Trägerin der berühmten Fresken des Cornelius, Welche ihrerseits 
auch der Grund der schlichten Chorgestaltung waren. 
Fricd. v. Göirtner, geb. zu Coblenz 1'792 als der Sohn eines 
triefschen Hofbauintendanten, der jedoch während der französischen 
Revolution in fürstbischöflich WüTZlJUFglSChG Dienste und beim An- 
fall von Würzburg an Bayern nach München berufen worden war, 
hatte auf Cornelius, Empfehlung diesen Auftrag erhalten (vgl. S. 283)- 
Es dürfte nicht schwer sein, in der Ludwigskirche trotz tüchtiger 
Studien des romanischen Styls italienischer Art den Anfänger zu 
erkennen; denn die Silhouette ist schwach, die Facade gespreizt, 
das Detail unbeholfen und überhaupt das ganze Aeussere, glücklicher- 
weise grösstentheils versteckt, reizlos. Nicht unbedeutend ist da- 
gegen das Innere, trotz der schweren Fesseln, welche die beabsich- 
tigten und anfangs noch umfänglicher gewülläßhlen Fresken dem 
Programm in Querschiff- und Ghorbildung auferlegt hatten. Der Styl 
der Kirche verlieh indess trotz des theilweisen Misslingens derselben 
der ganzen Umgebung und somit der Nordhälfte der Ludwigsstraggg 
Sein Gepräge, und Gärtner wurde sofort mit dem gegenüberliegen- 
den Blindeninstitut und sog. Salinengebäude (das letztere ein schätz-
        

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