Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530662
Fagatle leicht erheblich a-bhelfen könnte, ist die griechische Formen 
in harmonischer Weise mit römischem Giewölbebztu verbindende An- 
lage im Ganzen wie im Detail von seltener Vollendung und Ge- 
schlossenheit; besonders wohlthätig aber dadurch, dass die genaueste 
Rücksicht auf die soviel wie möglich in geschichtlicher Reihe auf- 
zustellenden Bildwerke eine Ralumgliedertmg bewerkstelligt hat, welche 
in Bezug auf Folge und Dimensionen stets als mustergiltig laetrzichtet 
werden wird. 
Die Gunst und Freude des Kronprinzen verschaffte nun dem 
talentvollen Architekten Würden und Beschäftigung im reichsten 
Maasse. 1819 erhoben sich bereits die sich naheliegenden stattlichen 
("iebäude des herz. Leuchtenbergschen (jetzt Prinz Luitpoltfschen) 
Palais und des Odeons mit dem Arkadenthor, dessen schlichte Statt- 
lichkeit nur einer statuarischen Bekrönung bedürfte, um ganz glück- 
lich wirken zu können. Von nun an aber brachte fast jedes Jahr 
wenigstens ein neues grösseres Unternehmen. So 1822 die Reitbahn 
und den Bazar, durch welchen letzteren der Odeonsplatz auch sein 
entsprechendes Gegenüber, der Hofgarten aber, ein durch seine 
Lindenfülle beliebter öffentlicher Spaziergang, seinen Abschluss er- 
langte, der zugleich ein wichtiger Schauplatz der Entivicklung der 
monumentalen Malerei werden sollte (vgl. S. 320 und 497). Der 
Brand des Hoftheaters veranlasste dann 1823 die Wiederherstellung 
des Theaters, welches Fischer so tüchtig angelegt hatte, dass es wün- 
schenswerth erschien, es bei dessen Disposition zu belassen. Die vor-- 
genannten Werke um den Odeonsplatz aber führten zur Anlage einer 
neuen Prachtstrasse, welche den Namen des damals eben den 
Königsthron besteigenden Gründers erhielt, wie auch anderseits die 
Verlängerung und Vollendung der Briennerstrasse durch die Glypto- 
thek beschleunigt wurde. Das stattliche Palais des Herzogs Max in 
römischem Renaissancestyl und die gegenüberliegende Erweiterung 
des" Kriegsministeriums, bereits 1830 vollendet, entstanden unter 
unmittelbarer Leitung des Hofbauintendanten selbst; aber auch die 
sich anschliessenden Privatgehiiude wurden unter seiner Oberauf- 
sicht hergestellt, letztere freilich nicht ohne an zahlreichen Gebrechen 
zu leiden, welche in der Ueberbeschäftigting Klenze's ihren gleicl1- 
wohl nicht ganz entschuldigenden Grund hatten. Denn gleichzeitig 
nahmen die grossartigen Aufgaben der Pinakothek und des neuen 
südlichen Flügels der Residenz seine Thätigkeit in Anspruch, zu
        

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