Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530655
Stadt an der Isar innerhalb weniger Jahrzehnte das monumentale 
Gepräge der Gegenwart verleihen sollte. Es lag eine gewisse Wahr- 
heit in dem später im Unmuthe hingeworfenen Worte des Königs 
Ludwig I.: wDie Münchener Kunst bin iclm Denn alle die grossen 
Schöpfungen Münchens, Welche bis zu seiner Thronentsagung und 
selbst noch darüber hinaus entstanden, sind sein Werk, und der 
Antheil, welchen die Stadt oder Private in seiner Zeit an dem Auf- 
schwunge genommen haben, ist nur ein sehr geringer. Von glühen- 
der Begeisterung für die Kunst und vornemlich für die Antike, auch 
mit einem seltenen und zwar Weniger angelernten als angeborenen 
Verstäindnisse derselben ausgestattet, hatte er von Jugend auf der 
noblen Passion des Sammelns alle seine Mittel zugewandt und durch 
die napoleonischen Kriege und die allgemeine Unsicherheit unterstützt, 
besonders in Antiken mehr und Besseres an sich gebracht als jetzt 
um den fünffaehen Preis selbst in doppelter Zeit möglich wäre. 
Dafür sollten, sobald der Weltfriede hergestellt war, Räume ge- 
schaffen werden, und zwar vorab für die Antiken: 1815 erging die 
Concurrenzeinladung für den Bau der Glyptothek in die Welt. 
Leo v. Klenze, 1787 bei Hildesheim geb., 1800-1803 in Berlin 
zuerst den juristischen, dann aber den Studien auf der Bauakademie 
obliegend, war unter den Bewerbern weitaus der Befähigteste. Mit 
dem Eindruck der Entwürfe Fried. Gilly's, dessen persönliche An- 
regung' er jedoch nicht wie Schinkel hatte geniessen können, war er 
für zwei Jahre nach Paris in DurancTs Schule gegangen und hatte 
darauf 1805-1808 in Italien seine Ausbildung abgeschlossen. Eine 
nun erlangte I'I0fbestallung' in Gassel konnte seinen Schaffensdrang 
nicht befriedigen und nachdem er sich durch einen Denkmalentwurf t) 
in weiteren Kreisen bekannt gemacht, war er auf dem Wege nach 
Wien zu München mit dem bayerischen Kronprinzen in Berührung 
gekommen, welcher sich eben mit dem Gedanken an ein Gebäude 
für die gesammelten Sculpturen trug. Schon 1816 konnte mit dem 
Bau der Glyptothek nach Klenze's schönem und ZWBCKIIIäSSlgUIII 
Plan begonnen werden, ein Anfang so würdig und gediegen, Wie 
der SchinkePs mit der Königswache und dem Schauspielhause. Ab- 
gesehen von der zu geringen Erhebung vom Boden, welchem Fehler 
die moderne Gartenkunst durch Vertiefung der Rasenflüehen vor der 
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1814.
        

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