Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-525495
Malen 
Plastik 
Archi 
aktu 
in 
den 
Niederlal 
den. 
37 
Stylsc stellten, wie diess ein G. v. Laie-esse (T 171 1) in theoretischerx) 
wie praktischer Weise vertrat. 
Wenn mehr selbständige Wege eingeschlagen wurden, S0 Waren 
diess Abwege. Der glänzendste der Art ist der des A. van der Wer)?" 
(t 1722), Welcher zwei grundverschiedene Richtungen mit einander 
zu vereinigen suchte. Vom Copieren der Werke eines Mieris und 
ähnlicher Kleinmeister ausgehend, strebte er nemlich, durch Lairesse's 
Vorbild bewogen, den delieaten Pinsel jener Kleinmeister auf Stoffe 
der Historienmalerei zu übertragen, die Technik jener mit der 
Formgebung zu verbinden, die man- damals für die classische 
hielt. Seine Erfolge waren wahrhaft golden und auch jetzt noch 
steht die Bewunderung der Laien der abfällig gewordenen Kritik der 
Kenner gegenüber, welche die elfenbeinerne Glätte des Fleisches und 
das porzellanartig glänzende Colorit der Gewänder nicht entschädigt 
für die Ausdrucksleere der Gestalten und das Conventionelle, Unbe- 
deutende der Erfindung. 
In der Plastik brachten die Niederlande seit Arthur Quellinus 
keine hervorragenden Meister mehr hervor, und das decorativ Be- 
nöthigte erwies sich als geistesverwandt mit dem gallisirten Berni- 
nismus, wie er oben geschildert worden ist. Dagegen zeigt die 
Architektur, welche schon im vorausgegangenen Jahrhundert nament- 
lich dem bürgerlichen Hause grosse Aufmerksamkeit gewidmet hatte, 
fortgesetzt lebhaften und auch auf das Ausland und vornehmlich 
Dänemark und Norddeutschland einflussreichen Betrieb der nicht- 
monumentalen Baukunst. Namentlich die der nordisch-gothischen 
Weise verwandte Verbindung von Back- und Haustein, in welcher 
der letztere für alle Gliederungen, der erstere als Füllung ohne An- 
wendung von Verputz verwendet ward, entlockte der holländischen 
Architektur eine schmucke und charakteristische Blüthe, Welche 111 
stylvoller Verwendung des Materials wie in der maassvollen und 
zweckentsprechenden Behandlung der Barockelemente zu den her- 
vorragendsten Leistungen der Kunst der in Rede stehenden Periode 
gerechnet werden muss. 
Ohne bei den bis gegen das Ende des 18. Jahrhunderts auf 
m) G. de Lairesse, 
Sprachen übersetzt und 
vorragendste Lehrbuch. 
Het groot schilderhoek. Amsterdam 
an den Akademien im ganzen 18. Jah 
1707. In mehre 
rhundert das her-
        

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