Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530601
erwiesen hat. t). Endlich G. Bötticlzer, welcher, ohne auf praktische 
'l'hiitigkeit einzugehen, als Lehrer und Schriftsteller im Sinne Scl1in- 
kels sich einen dauernden Namen erworben hat, und umsomehr- in 
der Theorie festzuhalten suchte, was er aus seines Meisters An- 
regungen mühevoll entwickelt hatte, als er die rasche Auflockerung 
von Schinkefs Lehre in der Praxis unter dessen jüngeren Schülern 
sich vollziehen sah. 
Allein wie unter der vorigen Regierung die Mehrzahl von Schin- 
kel's Entwürfen nicht zur Ausführung kam, weil sie nicht genügend 
gewürdigt worden war und man stets Weniger Wollte, als der Meister 
bot, so kam schon das erste Lieblingsprojekt Friedrich Wilhelm IV., 
der Neubau des Domes zu Berlin, nicht zu Stande, weil die Ent- 
würfe nicht entsprachen und der König mehr wollte als vielleicht 
unter den gegebenen Umständen zu bieten war. Der König griff 
auch selbst wie einst Friedrich der Grosse, doch nach Schinkells 
Zeugniss aus früheren Jahren mit mehr Vcrstiindniss, hinsichtlich 
Styl und Erfindung bestimmend ein, wodurch sich begreiflicherweise 
die Schwierigkeiten erhöhten. Zunächst wurden durch G. Persmä 
Hand die Ideen des Königs hinsichtlich des Domes festgestellt und 
die Ausarbeitung des basilikalen Projekts dann Stiller übertragen. 
Dass der Plan nicht zur Ausführung kam ist vielleicht nur Wegen 
des früher geschilderten Scheiterns der damit verbundenen Gampo- 
santoanlage oder vielmehr wegen der unterbliebenen Ausführung der 
Corneliusschen Compositionen hiefür zu beklagen. Dasselbe gilt 
von einem zweiten Entwurf Stüler's in Gestalt eines Kuppelbaucs, 
und selbst die Dombauconcurrenz 1869 hat noch nichts ganz be- 
friedigendes geliefert. Dafür kamen zwei andere Kuppelbauten zur 
Vollendung, zunächst an der von Schinkel unvollendet gelassenen 
Nicolaikirche zu Potsdam durch Persius und in der Schlosskapelle 
an der Schlossfreiheitfront zu Berlin durch Stüler und A. Schadozv. 
Beide gereichen ihren Städten zu erheblichem Schmuck, wenn auch 
nicht zu leugnen ist, dass die Schlosskuppel zu stumpf im Profil 
gerieth und zwar schon an und für sich und abgesehen davon, dass 
 Das Theater zu Breslau, zweimal von ihm gebziut und zweimal Wieder 
abgebrannt, die Wiederherstellung des von Knolnelsclorff stammenden Opernhauses 
in Berlin und der prachtvolle Neubau des Leipziger Theaters sind als seine 
Haupiwerke zu bezeichnen.
        

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