Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530532
dargestellt, auch sonst sich mehr der realistischen Richtung genähert, 
wie diess seine anatomischen Studien nicht anders erwarten liessen. Die 
Statuen des vLand- und Seehandelse wie der wAtistraliaa an der Börse 
(die übrigen Weltlheile sind von J. N. Zzvcrger, geb. 1.796 Zu Donau- 
eschingen, 1- 1868 zu Cannstatt, und von Wendclsmdt) führten ihn 
dann zu Racestudien, aus welchen '15 werthvolle Büsten entstanden, 
die ihn aber auch seiner ursprünglich classicistischen Richtung noch 
mehr entfremdeten. Seine theoretischen wie praktischen Naturstudien 
dann auch auf die Gewandung übertragend, über welche er sogar 
eine Abhandlung vAIIEIiODIlG der Gewandungc schrieb, wurde er eine 
Art von Fortsetzung G. Schadow's; doch hinderte eine gewisse Un- 
stätheit seiner Art wie mancherlei Wideruräirtigkeiten noch weitere 
grössere 'l'hätigkeit, wie denn auch scin iVirken ohne wesentlichen 
Einfluss auf die jüngere Generation geblieben ist. So stand schon 
in dem benachbarten Wiesbaden die Rauchsche Richtung; durch 
Em. Al. Ilopfgarten, geb. 1821 zu Berlin, 1' 1856 Zu Wiesbaden, im 
Uelaergewichte, so lange es sich nicht um christliche Plastik han- 
delte, für welche dann Thorwaldsen's Schöpfungen maassgebend ge- 
worden sind.  
In Stuttgart wirkte Danneckefs Schule (vgl. S. 163 f.) durch 
Thorwaldsen geläutert fort, ohne dass eine hervorragende Kraft 
daraus entsprungen wäre. Denn J. Kopf, 1827 zu Unlingei] in 
Württemberg geboren, hat seine Entwicklung nicht seiner Heimat, 
sondern Rom zu danken, wo er 1852 angelangt, vom alten U. Wag- 
ner in die Kunst eingeführt wurde. Die Jahreszeiten für Villa Berg, 
der schöne Brunnen mit dem T ritonen, welcher auf einer Muschel 
drei spielende Kinder emporhebt in der Villa Oranienbaum bei Peters- 
burg, der herrliche Marmorkamin der Königin Olga im k. Schloss 
zu Stuttgart uncLendlich die Nlarmorstattie wBathsebaa im Museum 
daselbst lassen in Kopf Württembergs bedeutendsten Bildhauer der 
Neuzeit erkennen, welcher die classische Idealitat wie wenige Zeit- 
genossen zu beleben verstand. Auf wesentlich anderem Wege und 
besonders durch den Belgier Math. Kessels (geb. 1782, 'l' 1335) 
beeinflusst, hatte Dud. Hafer aus Ludwigslust sich der modernen 
Realität zu nähern gesucht, jedoch ohne sich zu höherer Bedeutung 
zu erschwingen. Noch mehr fehlt sonst alle Schulgeschlossenheit, 
wie denn zu Hannover E. v. Bandel, geb. 1800 in Ansbach, 
dessen Arminstatue bei Detmold endlich zum Abschluss gelangt ist,
        

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