Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530469
abgesehen von der Ausführung in Sandstein, für welche sie nicht 
stylisirt sind, nur bedauern, dass die allzu enge Geschlossenheit der 
Gruppen und eine gewisse Schwere im Gesammtuinriss (Silhouette) 
"ihrer Fernwirkung wesentlich Eintrag thut. In neuester Zeit hat 
Schilling in drei Concurrenzen siegreich die Schillerstatue für Wien, 
die Statue des Kaisers livlaximilian von Mexico für Triest und das 
Rietschelstandbild für Dresden ausgeführt, stets bemüht, über jene 
äusserlich formale Bildung hinauszugehen, welche dem Publikum die 
Ehrenstatuen so gleichgültig macht. Es ist ihm in allen Fällen 
gelungen. 
Neben den drei Hauptträgern der Drcsdener Plastik können die 
Kräfte ziveiten Ranges nur genannt werden, wenn sie auch vielleicht 
mehr verdienten. So der 1871 verstorbene F. W Schwenck und 
die Gehilfen -Rietschel's in der Ausführung des XVormser Denkmals, 
A. Doimdorf und G. Kietz, von welchen der erstere durch die an 
Marc Aurel gemahncnrle Reiterstatue Karl Augusts zu Weimar, 
der letztere durch das Listdenkmal in Reutlingen und noch mehr 
durch das Uhlantlmonument in Tübingen in Weiteren Kreisen he- 
kannt geworden ist, ferner B. HBNZB und R. Härtel, der erstere 
durch das schöne Standbild der Churfürstin Anna zu Dresden vor- 
theilhaft eingeführt. Die Drcsdencr Schule verptlanzte aber H. Wittig 
aus Dresden, einer der älteren Schüler BietschePs, nach Düsseldorf; 
R. Dow-er, einer von seinen jüngeren Zöglingen, nach der West- 
schweiz, Fried. Kropp nach Bremen; mit besonderem Erfolge aber 
die zwei Schüler HähncPs, C. Kundmann aus Wien, bekannt durch 
sein Schubertdenkmal im Stadtpark zu Wien, und O. König, aus- 
gezeichnet in decorativer Plastik, nach der Kaiserstadt an der Donau. 
Das Uebergewicht. der Porträtbildnerei bringt es jedoch im Allge- 
meinen mit sich, dass auch in Dresden wie allerwärts die realistische 
'l'endenz auf Kosten des classischen Styls sich Bahn bricht und 
auch im idealen Gebiete in einer für die stylistischen Bedingungen 
der Plastik bedenklichen Weise um sich greift. Welchen mächtigen 
Einfluss hierin das üppige Modellsttiditlm Frankreichs, wie anderseits 
die zierliche Eleganz des Styls Louis XV ausübte, werden wir später 
zu erörtern haben. _ 
Die Bildhauerschule Dresdens ist indess jünger als die Münchens, 
Welche eine Zeit lang von nicht geringerer Bedeutung zu sein schien 
als die Rauchsche in Berlin. Schon im Abschnitte der classicis-
        

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