Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530459
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wegungen als das vom Künstler angestrebte Endziel erscheint, son- 
dern der Inhalt, hier der Ausdruck bacchischer Lust und begeisterter 
Lebensfreude. Was die Bildnissplastik betrifft, so bewies auch Hähne] 
das obenheregte Verhältniss zur Berliner Schule, indem seine fürst- 
lichen Statuen, wie die des Kaisers Karl IV in Prag, das Denkmal 
des Königs Friedrich August II in Dresdenf) und von den neueren 
das Reiterhild des Fürsten Schwarzenberg' in Wlieniit) wie die darauf 
folgende Reiterstatue des 1815 bei Quatrclaras gefallenen Herzogs 
Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Gels zu Braunschweig keine 
besonders glückliche Conception verrathen. Freilich erscheint auch 
in der Beethovenstattie zu Bonn in der düster stumpfen Manteltigur 
bei allzu realistischer Auffassung der rechte Ton nicht getroffen; 
doch zeigen die Reliefs des Bronzesockels, wenn auch die "kirchliche 
Musik" und die "Opernmtisik" beinahe barock anmuthen, die Sym- 
pathie weckende Erregung und den seelischen Antheil des Meisters. 
Noch mehr geht in der Körnerstatue auf dem Döhnaplatze zu Dresden 
der Held ganz auf in dem begeisterten Dichter und entspricht in 
dieser Eigenschaft der Richtung der Dresdener Schule ebenso wie 
die Energie Blüchefs der Berliner Plastik. Bezeichnend hiefür ist 
auch, dass sich Hähne] besonders in der Ausbildung des Raphael- 
typus gefiel, indem er nicht müde wurde, nachdem er das Sand- 
steinbild des Urbinaten für das neue Museum in Dresden geschaffen, 
den Entwurf immer mehr zu vervollkommnen, bis er jene Höhe er- 
reicht hatte, wie man sie in der Statue des Leipziger Museums findet. 
Immerhin aber mögen Allegorien, wie die Statuen für das Wiener 
Opernhaus, dem classischen Grundzüge IIähnePs am meisten ent- 
sprechen.   
Zwischen Rietschel und Hähne] stellt sich Joh. Sckillmg, geb- 
1828 zu Mittweida und erst bei Rietschel, dann bei Drake, endlißll 
bei Hithnel in seiner Kunst sich ausbildend. Ein dreijähriger Auf- 
enthalt in Rom schloss seine Studien ab, als deren Resultat er die 
allbekannt gewordene Gruppe der "Nacht" als das erste Stück der 
Gruppen der Vier Tageszeiten schuf, welche jetzt zu Füssen und 
auf der Höhe der BrühPschen Terrassentreppe einen so hervorragenden 
Platz gefunden haben. Die wunderbar schönen Gestalten lassen 
k) Die erst: 
14') Enthüllt 
zre 1848, 
1864. 
die zweite 
1866 aufgestellt.
        

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