Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530407
Vollendung seines tüchtigen Denkmals des Reichsfreiherrn von Stein t) 
erlebte er nicht. Glücklicher war Dmke, einer von Rauclfs begab- 
testen Schülern, nachdem er durch die Ausführung der Gruppe des 
sterbenden Kriegers auf der Schlossbrücke (1834) von schwerem 
Ringen mit tingünstigen Lebensverhältnissen erlöst War. Die Möser- 
Statue für Osnabrück (1836) hatte ihm den Auftrag zu dem Mar- 
mordenkmal Friedrich Wilhelm III. im 'I'hiergarten eingebracht, we- 
niger berühmt durch das gleichwohl in behaglicher Schlichtheit ge- 
diegene Standbild des Königs selbst, als vielmehr durch das den 
cylindrischen Sockel umziehende Relief, welches mit Bezug auf des 
Königs Natursinn die Freude an der Natur in ebenso reicher und 
sinniger als anmutlwoller Weise zur Darstellung bringt. Hatte hier 
Drake das volle Verständniss der Bestrebungen Rauclrs, die Antike 
durch eine Von Conventionellem freie Auffassung zu einer aber- 
maligen Renaissance zu bringen an den Tag gelegt, so zeigte er 
auch weiterhin in seinen Bildnissstattien bei aller Wahrheit und 
Unmittelbarkeit einen Adel und jene Grossheit, wie sie sein Lehrer 
der Antike ahgelauscht und seiner Schule als wichtigen Bestandtheil 
des modernen Monumentalstyls empfohlen hatte. Die trefflichen 
Statuen Rauch's und SchinkeVs in Berlin, von welchen namentlich 
die letztere durch die glückliche Neuheit der Conception überaus 
schmuck wirkt, die prachtvolle Reiterstatue Kaiser Wilhelm I. an 
der Cölner Rheinbrücke und von Büsten die charakteristisch geist- 
volle des Geschichtschreibers Ranke, gegen welche Werke freilich 
die oben genannte Nike-Gruppe auf der Schlossbrücke minder in 
Betracht kömmt, erlauben es, Drake als den bedeutendsten Nach- 
folger Rauch's in Berlin zu bezeichnen. Ihm nahe, doch mit stär- 
kerer Betonung des Realistischen steht Gust. Bläser aus Cöln, durch 
Energie in Durchbildung der Formen wie in der Bewegung ausge- 
zeichnet. Seine xPallas den Krieger im Kampf Llntersttitzende gehört 
zu den besten Gruppen der Schlossbrücke, wie das Franckedenkmal 
zu Magdeburg zu den gelungensten Porträtstatuen der Neuzeit, 
während hinsichtlich der colossalen Reiterstatue Friedrich Wil- 
helrn 
an 
der Cölner Rheinbrücke 
der Preis 
VOH 
den einen Bläser, 
von 
Alb. 
don anderen dem Drakeäschen Pendant zuerkannt wird. Ob 
Wolff aus Neustrelitz einen ähnlichen Rang unter den Rauch- 
Vollen det 
VOII 
seinen 
Scl] 
Pfuhl 
Berlin 
1871.
        

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