Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530325
klüftung der Massen erlaubt, die nur dem Bronzestyl zusteht. Da- 
gegen konnte er dem Drange nach entgegengesetzter Auffassung in 
der Bronzestatue Blüchens für Breslau t) im ausgedehntesten Maasse 
und bis an die Gränze des monumental Zulässigen genügen, kehrte 
aber in der zwar später begonnenen aber schon 1826 aufgestellten 
Bronzestatue Blüchens zu Berlin Wieder zu jener maassvolleren Hal- 
tung zurück, Wie sie dort absolut nöthig War, Wenn nicht die gegen- 
über befindlichen Generale an der Königswache in ihrer Wirkung 
erheblich geschädigt werden sollten. Die ächt monumentale Ruhe 
des Aufbaues der grandiosen Gestalt, Welche ein Bein auf ein Ge- 
schützrohr gestützt das entblösste Schwert gesenkt in der Faust 
hält, erscheint hier verbunden mit einer Kraft und Wucht, die auch 
ohne stürmische BeWegtheit ihren Eindruck nicht verfehlen kann, 
namentlich aber mit einer markigen Schönheit des Umrisses von fast 
jedem Standpunkt aus, wie sie selbst Rauch sonst selten erreicht hat. 
Es würde zu Weit führen, dem Meister in allen seinen mehr 
nebenhergehcnden Arbeiten, unter Welchen der Künstler schon 1830 
beinahe hundert Büsten aufzuziihlen hatte, zu folgen. Selbst Rüh- 
mensWerthes kann hier nur erwähnt Werden: so die Marmorstatue 
des Kaisers Alexander von Russland. Die Bronzestatue des Königs 
Friedrich Wilhelm I. für Guinbinnen, das Standbild Hermann Franekes 
des Gründers des Halldschen Waisenhauses zu Irlalle M), letzteres von 
trefflichen Kindergestalten umgeben; die Dürerstatue zu Nürnbergwf) 
und die Gruppe der polnischen Glaubenshelden des Herzogs Mie- 
czyslaw und seines Sohnes des Königs Boleslaw Ghabri im Dom zu 
Posen-l). Bedeutender gestaltete sich die thronende Gestalt König 
Max I. von Bayern zu München, durch die ungezwungene Würde 
der Gesammtanlage und die treffende Charakteristik der königlichen 
Liebenswürdigkeit dieses Fürsten in Gesichtsausdruck und Hand- 
bewegung, sowie durch die Sorgfalt der Durchbildung zu den her- 
vorragendsten Werken des Meisters zählend. In der Behandlung 
des reichreliefirten Bronzesockels lag überdiess schon das Vorbild 
für das Piedestal des Hauptwerkes des Künstlers, des zwischen 
i") 1827 enthüllt. 
M) Im Auftrag des Grafen 
gelangt, 
 1835 enthüllt. 
T) Im Auftrag des Grafen 
zfen 
Osten 
nn-Tolstoy 
H15; 
reführt 
und 
nach 
Odessa 
Raczynski 
modellirt, 
1839 
vollendet.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.