Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530180
schwächer als dann, wenn er seinen Compositionen einen univer- 
selleren Charakter verlieh. Er hatte sich nemlich seine eigene Land- 
schaft, gleichsam aus der Stimme seiner Erfahrungen concentrirt, so 
dass sie keinerlei locales Gepräge hatte. Form und Farbe waren 
ihm dabei nur die Sprache, in welcher er seine landschaftlichen 
Strophen dichtete, die meistens elegischer Haltung sind. Daher 
ermüden auch die Tausende von Werken, welche der unerschöpf- 
liche Künstler in Oel, Aquarell, Kohle, Stift und Radirung schuf, 
trotz der Einfachheit der gewählten Motive und der Detailbehand- 
lung keineswegs und auch die umfassendsten Cyklent) werden nicht 
monoton. Bemerkenswerth ist noch, dass er in biblischen Land- 
schaften keinerlei Goncession an das Orientalische machte, indem er 
sich nicht entschliessen konnte, die Schranken seiner eigenen un- 
mittelbaren Anschauung und die ihm eigene Natur zu verlassen. 
Ihm nahe steht der begabte Stylist Aug. Weber, geb. zu Frank- 
furt 1817, und unter seinen jüngeren Schülern Aug. Kassler aus 
Thorn und Ad. Hörmighaus aus Crefeld. Zwischen Lessing und 
Schirmer schwankt Th. Kotsch aus Hannover, der seinen beiden 
Meistern als Lehrer der Carlsruher Kunstschule gefolgt ist, und 
H. Funk aus Herford, nachmals mit W Pose aus Düsseldorf nach 
Frankfurt übergesiedelt, einer längeren Reihe von Schülern hier nicht 
zu gedenken, welche sich der modernen Richtung zugewandt haben 
und hierin zum Theil wie A. Achenbach, einen kaum geringeren 
Ruhm erlangt haben als der Meister. Eine besondere Rolle aber 
spielt noch Casp. Scheunen aus Aachen, geb. 1810, durch seine 
entschieden stylisirten und häufig mit Ornament und Schrift ver- 
bundenen Aquarelllandschaften des Rheins verdientermassen populär 
und in gewissem Sinne in der romantischen Landschaftsaquarelle 
das, was E. Neureuther in der Lied-Radirung und Schwind in der 
Märchenzeichnung geworden sind.  
War in der idealen heroischen oder historischen Landschaft die 
Natur selbst vielmehr Mittel zum Zwecke als unmittelbarer Gegen- 
stand, so tritt in der mehr vedutenartigen Darstellung die Natur 
 Von diesen sind die 26 biblischen Gemälde der städtischen 
sammhixig zu Düsseldorf und die 6 biblischen Landschaften in der 
Ganß-Tle Zu Berlin hervorzuheben. 
Gemälde- 
National-
        

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