Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530176
kniet, oder in dem ruhenden Kreuzritter der WValdlandschaft. Har- 
monischer erscheint der getödtete Krieger neben der Brandstätte, 
oder die Mönche der wAbendlandschaft an der Mosel mit der Kloster-_ 
kirchewt), namentlich aber die mehr historische als romantische Staf- 
firung seiner späteren Landschaften, in Welcher sich senie Vorliebe 
t'ür das Reformationszeitalter, wie wir sie im Lessingsclmn Historien- 
bilde gefunden, geltend machte: so in der Landschaft mit dem 
brennenden Klostertt) oder in der durch seine reiche Staffage auf- 
regenden Landschaft mit den Arkebusirern und Landsknechten, welche 
eine Anhöhe vertheidigenttt).  So entschieden Lessing in späteren 
iJahren den realistischen Fortschritten der Landschaftsmalerei huldigt, 
so lässt er doch nie die historische Bedeutsamkeit und noch weniger 
seine tüchtige Formgebung fallen, wie auch sein vor einigen Jahren 
Vollendetes grosses Landschaftsbild weine Waldschluchtc 1-) zeigt, bei 
dessen Betrachtung sich wohl schwerlich Jemand des Nachdenkens 
über die historische Grundlage der Staffage entschlagen kann. 
Vielfach Lessing verwandt, auch durch ihn für das Landschafts- 
fach gewonnen erscheint Joh. Wälh. Schirmer aus Jülich, geb. 1807, 
1- 1864 als Professor in Carlsruhe. Auch er fand in gründlichen 
Naturstudien Vorbereitung und nachhaltige Nahrung für die historische 
Landschaft, zu Welcher er erst um 1840 überging, {im sie aber später 
mehr als Lessing zu stylisiren. In der Farbe brillanter als letzterer 
verräth er eine ähnliche Neigung zu den atindsphäirischen Effekten 
wie Rottmann, namentlich zu scharfen auch im Carton wirkenden 
Contrasten von Hell und Dunkel, die immer von mächtiger Wirkung 
sind. Auch liebte er Detailausführlmg Weniger als Lessing, wodurch 
seine Werke auch zumeist einen mehr monumentalen Charakter 
erlangten. Ein eigentliches Stoffgebiet aber, wie Rottniann, Preller 
oder iVIarkO hatte er nicht oder er streifte es wenigstens ab, nach- 
dem er auf die Studien in den Rheinlanden, andere in der Nor- 
mandie, in der Schweiz und in Italien hatte folgen lassen. In den 
meisten Fällen dagegen, WO er bestimmte Landschaften nach ihren 
territorialen Unterschieden zu geben versuchte, war er ungleich 
4') (1837) Im Museum zu Darmstadt. Nr. 137. 
a") (1846) Gallerie Lichtenstein in Wien. 
 (1848) Im städtischen Museum zu Düsseldorf. 
1') In der Kunsthalle zu Carlsruhe.
        

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