Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530169
504 
Buch. 
Cap 
Landschaft, 
Architekturbild 
Stil 
und 
Heben. 
Unter den Meistern der idealen Landschaft stellen sich den 
Vertretern des classischen Bodens zwei Düsseldorfer als die Haupt- 
repräsentanten der romantischen Landschaft gegenüber: K. F. Lessing 
und J. W Schirmen Des ersteren ist als eines der Häupter der 
Historienmalerei der rheinischen Schule bereits eingehend gedacht 
werden. (S. 389. fg.) Ein Besuch auf Rügen und ein Bild des 
romantischen Stimmungslandschafters Friedrich hatten ihn für das 
Reich des Pinsels gewonnen, und schon in seinem zwanzigsten Jahre 
überraschte sein ungewöhnliches Talent mit dem sKirchhofk das 
Berliner Publikum. Denn die romantische Melancholie seines Motivs 
beschränkte sich nicht auf die oft ganz poesie- und gedankenlose 
Schmerzseligkeit und Hypochondrie der meisten Romantiker, sondern 
fesselte durch eine Empfindung, die ebenso gedanken- als gemütli- 
anregend sich der bedeutungsvolleren Lyrik jener Zeit an die Seite 
stellen darf. Dazu kam, dass nach langer Entfremdung dieses Kunst- 
zweiges von unmittelbarer Natur hier wieder lebendige Beobachtung 
derselben und zwar in ihrer Gesammterscheinung sich aussprach. 
Der sKlosterhof im Schneect) mit dem Zug betender Nonnen im 
Kreuzgang, welcher sich einem Katafalk nähert, überbot sein erstes 
Bild noch beträchtlich und Wirkt in der Stimmung der Landschaft 
durch die Beleuchtung und die schwerwiegende Staffage trefflich zu 
einheitlichem Ausdrucke zusammen. Seine Uebersiedlung nach 
Düsseldorf veranlasste ihn nun sich zunächst überwiegend der Histo- 
rienmalerei zu widmen; doch regten die Rheinlande mit den benach- 
barten Gebirgen seinen landsehaftlichen Sinn zu mächtig an, als 
dass er sich seiner früheren Richtung für die Dauer hätte entschlagen 
können. Drei treffliche Werke in Intervallen von je zwei Jahren 
1835-1839 entstanden, die sLandschaft mit der Brandstättea, die 
wtausendjährige Eichee und die i)EichenwaldlandschaftxM) zeigen 
den Meister von den sonnigen Rheingebirgen mit den weiten klaren 
Fernsichten berührt und der sorgfältigsten Wiedergabe ihres Eindruckes 
im Ganzen wie im Detail hingegeben. Die Romantik zieht sich mehr 
auf Beiwerk und Staffage zurück, manchmal fast fremdartig erschei- 
nend in der frischen Unmittelbarkeit der Natur, wie an dem ritter- 
lichen Ehepaar, das vor dem Andachtsbilde der hundertjährigen Eiche 
g) (1328) Im Wallraf-Hichartfschen Museum zu Cöln. Nr. 962. 
M) Die drei Gemälde im StädeFschen Museum zu Frankfurt. NP- 
371- 
373.
        

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