Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530141
502 
III. 
Buch. 
CaP' 
Landschaft, 
Arßhitektu 
und 
rbild 
Stillleben. 
tionen von der Insel Caprit) eine seltene und auch verdiente Popu- 
larität erlangte, wie er sie mit seinen (luftigen Staffeleibildern nicht 
zu erringen vermochte. Während aber Löffler sich nach dem Osten 
gezogen fühlte, führte den trefflichen Fritz Bamberge-r, (geb. 1814 
zu Würzburg, 1- zu Soden 1873) Neigung und Zufall nach dem 
Westen. Die Rottmandschen Arkadenbilder hatten ihm die Richtung 
gegeben, nachdem er vorher kurze Zeit bei dem Marinemaler Krause 
in Berlin Unterricht genossen. Seine erste Schule aber wirkte inso- 
ferne nach, als er sich zunächst den Strand als Domäne erwählte, 
weshalb er auch die malerische Küste der Normandie zum ersten 
Schauplatze seiner Studien machte. Der Inhalt seiner Mappe ver- 
anlasste dann Hrn. Bernus du Fay aus Frankfurt a. M. ihn zum 
Reisebegleiter nach Spanien zu erwählen, und seitdem bot ihm die 
Pyrenäenhalbinsel, deren Eindrücke er noch zweimal durch längere 
Reisen auffrischte, das dankbare Stoffgebiet. Die Eigenart des Landes 
führte ihn zu einem eigenen Styl, aber das Aufsehen, welches seine 
in gelb und violett wirkenden Farbencontraste in ihrer pastosen 
Bestimmtheit erregten, liess diesen zuletzt in Manier ausarten, was 
um so peinlicher wirkte, wenn er später gelegentlich auch deutsche 
Landschaft derselben Behandlung unterzog. Sein hervorragendster 
Schüler Aug. Chr. Geist, geb. zu Würzburg 1835, "i" 1868 würde 
ihn wohl noch mehr als ohnehin geschehen, verdunkelt haben, wenn 
den ebenso begabten als productiven und namentlich in der Skizze 
unübertrelflichen Künstler nicht ein zu früher Tod abgerufen hätte. 
Hieher ist endlich B. Stange, geb. 1807 zu Dresden, zu zählen, durch 
seine venetianischen Ansichten und besonders Mondnächte bekannt. 
Als der eigentlichste Vertreter der stylisirten heroischen Land- 
schaft muss aber Fried. Prcller, geb. 1804 zu Weimar, bezeichnet 
werden. Denn nur er wusste sich der Abhängigkeit von der gleich- 
wohl gründlich angeeigneten Realität soweit zu entäussern, dass seine 
Landschaft sich zur rein dichterischen im Sinne des classischen Epos 
potenzirte, so dass der heroische Styl eines Homer in ihr einen 
entsprechenden Hintergrund fand. Zur epochemachenden Begründung 
dieser Richtung Ward er durch den Auftrag des Hrn. Härtel ver- 
anlasst, welcher ihn 1833 nach seiner italienischen Studienreise traf 
und ihm die Aufgabe stellte, im sog. römischen Hause zu Leipzig 
m 
Mit Text von F. 
v 
Gregorovius. 
Lpz. 
1868.4 
Dürr.
        

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