Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530124
Schöpfungen verwerthete und auch in Monumentalwerken, wie in 
den stereochromischen. Landschaften des Neuen Museumsf) sich als 
den bedeutendsten Idealisten der Berliner Landschaftsmalerei bethä- 
tigte. Er war von Claude ausgegangen und hatte eine Zeit lang 
modernen französischen Einflüssen gehuldigt, War aber bald, der 
bunten Effekte überdrüssig, wieder zur klaren Schönheit und classi- 
schen Composition seiner früheren Weise zurückgekehrt. 
Was A. W. F. Schirmer für Berlin, war der Ungar Uarl Markö, 
(geb. 1805 zu Leutschau in Ungarn, 1- zu Florenz 1860) für Wien. 
Freilich dürfte dem letzteren, der vielleicht nur durch drückende 
Jugendverhältnisse und durch Missachtung in seinem Vaterlande 
verhindert wurde, einem Rottmann ebenbürtig zu werden, noch 
höhere Bedeutung zuzumessen sein als jenem. Für ihn wurde übrigens 
Italien ganz zur Heimat, indem er sechs Jahre nach seiner Ankunft 
daselbst sogar zum Professor an der Akademie in Florenz ernannt 
ward. Seiner idealen Landschaft kam auch der Umstand zu statten, 
dass er im Figürlichen kaum minder tüchtig war, wie im Land- 
schaftlichen, wie er denn nur deshalb nicht dem Historienfache sich 
gewidmet haben soll, weil ihm die Modellkosten unerschwinglich 
erschienen. Seine Vorwiegend mythologischen oder biblischen Scenen 
erheben sich daher nicht selten über die Gränzen der Staffage und 
zeigen gelegentlich die Landschaft mehr als Hintergrund behandelt. 
Gewöhnlich aber ist seine Landschaft der gewählten Staifage ent- 
sprechend angeordnet und gestimmt, selten umgekehrt. Sonst liebte 
er es wie Claude oder Rottmann atmosphärische Erscheinungen, 
Regenbogen, Sonnenuntergang u. dgl. zur Darstellung zu bringen. 
Bestimmte und zu benennende Gegenden vedutenartig wiederzugeben, 
lag ihm ferne und selbst seine sAnsicht von ROHM oder sein sSee 
von Nemia mussten sich einer ganz idealen Anlage fügen. Leider 
sind seine besten Werke im Privatbesitz: die beiden im Belvedere 
befindlichen, wie die acht aus seinem Nachlasse in's Pesther National- 
museum gelangten , lassen seine Bedeutung nur unvollkommen 
erkennen. Als sein hervorragendster Nachfolger unter den Neueren 
muss Jos. Hoyfmann in Wien genannt werden, welcher sich wie 
1') Darunter sind die "Pyramiden von 
PYYF-mlde, die Ruinen vom Athenetempel 
Phigaliß hervorzuheben. 
Memphis", 
zu Aegina 
der Gang in der Uheops- 
und vom Apollotenxpel zu
        

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