Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530106
Cyklus an historische Landschaften im Sinne Schinkefs, wobei 
Vegetation wie Architektur durch die Phantasie so zu ergänzen 
gewesen wäre, wie sie etwa zu Periklesl oder Hadriairs Zeit erschienen 
sein mochten. Allein es war ihm unvermeidlich schon in der Skizze 
das ihm vorliegende Bild zu stylisiren, und Linien, Formen und 
Farben da zu corrigiren, WO sie seinem wahrhaft classischen Schön- 
heitssinn wie der elegischen Auffassung, welche schon in seinen 
frühesten Gebirgslandschaften entgegentritt, zu widersprechen schienen. 
Wunderte er sich doch selbst, wenn er seine Studienblätter Abends 
mit denen seiner künstlerischen Reisegenossen , L. Lange und 
F. Stademann verglich, über die Abweichungen von der Wirklichkeit 
und Vedute, zu Welchen ihn sein künstlerischer Genius unwillkürlich 
drängte. 
Als er aber nach seiner Rückkehr zur Ausführung schritt, die 
er der Bequemlichkeit halber auf Gementtafeln bewerkstelligen sollte, 
Welche man nachträglich in die Wand einlassen konnte f), glaubte 
er im Fresco die Tiefe und Glut der Naturfarben Griechenlands nicht 
wiedergeben und den Unterschied von dem Colorit der italienischen 
Landschaft, welches er schon im italienischen Gyklus nicht erreicht 
zu haben wähnte, nur ungenügend zur Anschauung bringen zu 
können, Auch hatten die ersten Leistungen der französischen und 
belgischen Goloristen auf ihn einen tiefen Eindruck gemacht, und 
die Farbe erlangte nun das Uebergeivicht über die Form. Er wählte 
daher das Fernbachsche System, eine Technik, welche coloristische 
Experimente und das Streben nach glühenden und leuchtenden 
Effekten weit mehr ermöglichten als das Fresco, dessen stückweise 
und innerhalb der für die Tagesarbeit gesteckten Grenzen gewisser- 
massen definitiven Technik ihm nicht mehr auszureichen schienen. 
Freilich liess das zähe Impasto der Harzfarben von der Form noch 
mehr verloren gehen, als er vielleicht wünschte, obwohl ihm die 
Darstellung des Himmels und der Beleuchtungseifekte bereits weit 
mehr am Herzen lag als die Gestaltung der Landschaft selbst. Dass 
dadurch die Stimmung wesentlich gesteigert wurde, ist unbestreitbar, 
wohl aber zweifelhaft, ob diese Steigerung nicht zu theuer erkauft 
war. Möglich dass er, welcher in seinen atmosphärischen und 
 
 Sie gelangten ihrer 
Pinakothek zu München. 
ursprünglichen 
Bestimmung 
entgegen 
die Neue 
in
        

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