Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530084
L. Zllayer, geb. 1791 zu Neckarbischofsheini, T" 1843 zu Stuttgart, 
U. F. Lukas, geb. zu Darmstadt 1809, i- daselbst 1863, von dem 
Innsbrucker E. v. Wörmlle u. A. allzu unselbstständig verfolgt 
worden, so dass die ersteren ebenso ängstlich den Spuren Reinharfs 
und Steinkopfs wie der letztere denen J. Koch's folgten. Nun aber 
gelang es einigen hochbegabten Talenten einerseits die technische Un- 
behilflichkeit und Härte, andererseits (las manieristische Anlehnen an 
ältere Vorbilder abzustreifen und in sicherem Anschluss an die Natur 
ihren Idealschöpftingen auch jenen Grad von Gesammt- und Ei11zel- 
Wahrheit zu verleihen, der den Genannten durchaus fehlt. Obenan stehen 
G. Rottmann und F. Preller für die classische und die beiden Düssel- 
dorfer K. F. Lessing und J. W. Schirmer für die romantische Richtung. 
Als der bedeutendste von Allen muss der älteste derselben 
Carl Rotfmann, geb. zu Handschuchsheim bei Heidelberg 1798, 
1' 1850 zu München, genannt werden. Von seinem Vater, dem als 
Zeichnungslehrer zu Heidelberg wirkenden Schlachtennraler Friedrich 
Rottmann, im Landschaftsfache vorbereitet, hatte er sich schon als 
Knabe diesem Gebiete mit solcher Liebe gewidmet, dass auch der 
Unterricht des Porträtmalers Gseller in Heidelberg hinsichtlich seines 
Berufes nichts zu ändern vermochte. Dazu drängte sich seine monu- 
mentale Richtung schon früh in den Vordergrund. Als er z. B. 
noch nicht zwanzig Jahre auf einer Studienreise am Rhein ein Gast- 
zimmer eben getüncht fand, um weitern Schmuck zu empfangen, 
erbat er sich die Erlaubniss, statt der beabsichtigten Schablonen- 
muster Landschaften auf die Wände setzen zu dürfen. Diese Vor- 
liebe war es wohl auch, die ihn auf die Kunde von Cornelius Auf- 
treten in München bestimmte, dort seine weitere Ausbildung zu 
suchen. (1822) 
Die Münchener Landschaftsmalerei der Schule Dorner's und 
Wagenbauefs zog ihn jedoch keineswegs an. Mehr die Natur der 
bayerischen Hochlande und die Werke der Gallerie. Von den neueren 
Schöpfungen war es eigentlich nur eine nach München gelangte 
Landschaft von J. Koch, die seiner idealen Naturbetrachtung ent- 
sprechend erschien. Doch sein überwiegender Sinn für das Ganze 
liess ihn die Detailbehandlung so untergeordnet erscheinen, dass die 
von Wagenbauefs Einzelausführung verwöhnten Augen der nicht 
tiefer Eingeweihten über diesem Mangel die Bedeutung der Gesammt- 
anlage ganz übersahen. Vielleicht hätte sogar die seinem Wesen
        

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