Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530062
494 
IIL 
Buch. 
Cap- 
Bildniss 
md 
Genre. 
führte als geschickter Porträtmaler manchen Studienk0pf'bildnissartig 
mit grossem Beifall durch. 
Die Tage der Glanzzeit des Genre nahten indess heran. S0 
lange die Form vorherrschend gewesen und Farben- wie Beleuch- 
tungseffekte wie jene Wirkungen, welche die Zeichnung nimmermehr 
hervorbringen kann, nur nebensächlich in Betracht kamen, konnte 
die deutsche Genremalerei die Höhe der Niederländer nicht erreichen. 
Die monumentale und ideale Kunst verlangt Formbestimmtheit, das 
Genre, welches das Leben in seiner naiven Alltäglichkeit, das wesent- 
lich formlos ist und mehr von Stimmungen beherrscht wird, wieder- 
zugeben hat, verlangt Meisterschaft in Farbe und Lichtführung. Der 
Werth der Form muss namentlich da zurücktreten, wo sie nicht 
schön sein kann, wie diess im Genre zumeist der Fall. Folgerichtig 
muss daher die künstlerische Schönheit auf anderen Gebieten gesucht 
werden, und ist für das Genre nach dem Vorbilde der grossen 
Holländer auch in der nächsten Periode gefunden worden. Alle 
grossen Genremeister des ebenbehantlelten Zeitabschnitte verdanken 
ihre Bedeutung zum grossen Theile einem Vorgreifen oder dem 
theilweisen Uebertritt in die neue Richtung. 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.