Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530042
Zünder, einem Schüler NValdmüllefs, geb. zu Kohlzanowitz in 
Böhmen 1825, Welcher in seinen bürgerlichen Scenen noch die Zeit 
vor dem Neuaufschwunge Wiens vertritt, in seiner Technik aber 
schon überwiegend neuere Einflüsse zeigt. Noch mehr ist diess bei 
Pettmlcofen der Fall, Welcher dann gehörigen Ortes gewürdigt wer- 
den soll.  
Hier ist endlich noch der bekannte W iencr Schlachtenmaler 
F. Lytllezvzcend, geb. 1811 zu Hanau, 1- 1866 zu Wien, anzufügen, 
der ausser zahlreichen österreichischen Schlachten namentlich auch 
Kriegs- und Lagergenre cultivirte und sich durch anspruchlose Wahr- 
heit auszeichnete, wenn auch seine Farbe unbefriedigend war. In 
späteren Jahren Swrandte er sich entschieden der neuesten Richtung 
zu, in welcher sein Sohn Sigmund so bedeutende Erfolge erzie- 
len sollte. 
Dresden, wo auch das Genre am längsten von den Gallerie- 
einflüssen und somit von den Niederländern beherrscht blieb, wie 
der tretfliche B. Tlzöraner, geb. 1802 in Dresden, "t 1858, zeigt, 
bietet nur ein bedeutendes selbstständiges Talent dieses Kunstgebietes 
dar, und dieses beschränkte sich fast ganz auf Stift-Illustrationen, 
die aber unvergleichlich genannt werden dürfen. Der Meister ist 
A. Ixud. Richter, geb. in Dresden 1803. Er war von Haus aus 
Landschafter und hatte als solcher mit Erfolg Italien bereist, wo er 
an J. Sehnorr einen Freund gefunden. Allein ein Poccfsches Kin- 
derbuch, das ihm nach seiner Rückkehr in die Hände fiel, veränderte 
seine Richtung und vermochte ihn, sich ebenfalls der Illustration zu 
widmen. Er befand sich indess im entschiedensten Gegensatz zu 
dem Illustrator Pocci, indem er an die Stelle romantischer zum Theil 
auf dem Einflusse der Miniaturen des 14. und 15. Jahrhunderts 
fussender Idealität ein gutes Theil von gesunden Bestrebungen setzte, 
freilich mit einem Zauber poetischer Wahrheit verbunden, welcher, 
unterstützt von einer überaus gediegenen Zeichnung seinen Eindruck 
bei keinem Beschauer verfehlen kann. Seine Illustrationen zu Volks- 
und Studentenliedern, zu Griinnfs Volksmärchen, zu Hebel's alle- 
manischen Gedichten, sein wBesehauliches und Erbaulichesa, xfÜIJS 
Hause, wRiehter-Albume, xGGSLlInmeltesc u. s. w. machten ihn in 
aller Welt populär, besonders da auch seine Kinderbücher,- zu gut 
fein und tief für kindliche Bilderlust, in der Regel den Erwachsenen 
nicht minderes Vergnügen bereiten als den Kleinen. Weniger bekannt
        

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