Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-530033
und die vorher verschleuderten Arbeiten zu immensen Preisen in 
Sammlerauctionen figurirten. 
Ungleich trockener, aber durch seine Gegenstände zunächst 
mehr beachtet erscheint P. Fencli, geb. 1796 zu Wien, i" daselbst 
1842. Er vermochte übrigens seine glücklichen Pendants wein 
Mädchen vor einem Lotterieladen noch einmal überlegendrkf) und 
dasselbe vmit der Niete weinend vor dessen Thürek nicht mehr zu 
übertreffen. Bedeutender war Jos. Danhazrser, geb. zu Wien 1805, 
1- daselbst 1845, Welcher sich auch durch packende entweder rührende 
oder komische Scenen die Gunst des grossen Publikums rascher zu 
erwerben wusste. Allein nicht selten liegt auch der Hauptreiz in 
dem gewählten Gegenstande, obwohl die Ausführung immerhin 
rühmlich ist. Wer vermöchte z. B. über der Verheerung, welche 
sein hereinstürmender Fleischerhund in einem Atelierc anrichtetw), 
das rein gegenständliche Interesse zurückzudrängen. Auch die 
wTestamentseröffnungc oder die aPfändunge , die sArmensuppee 
und der wPPaSSGYc nehmen vorwiegend stotflich in Anspruch. 
Das Thiergenre im Sinne BürkePs, aber umfassender und tiefer 
weil ausschliesslicher behandelte Frded. Gazeermavzn, geb. 1807 zu 
Miesenbach in Niederösterreich, 1- zu Wien 1862. Zu Pferden, 
Alpenvieh und Schafstall fügt dieser auch das Wild der Jagd, Hirsch 
und Gemse, Bär, Eber und Fuchs und zwar mit gleicher, ja wach- 
sender Meisterschaft. Seine Anfange verrathen grosse Verwandtschaft 
mit Wagenbailerüfi"); er wusste sich aber durch unablässiges Natur- 
studium, welches J. B. Bürkel später vernachlässigte, stets auf der 
Höhe des Kunstfortschritts seiner Zeit zu halten, wodurch er nie 
veraltet wurde, sondern vielmehr selbst den Uebergang zur Technik 
der Gegenwart vermitteln konnte. Doch blieb ihm stets eine gewisse 
an Farbendruck gemahnende Glätte anhaften, welche den Eindruck 
seiner Werke etwas schmälert. 
Mehr sprungweise suchten sich der Technik der Neuzeit 
F. Mallitsclz, geb. zu Graz 1820 und L. Pollack aus Lodenitz in 
Böhmen, geb. 1806, zu nähern, ohne sich jedoch zuhöherer Bedeu- 
tung zu erschwingen. Diess gelang dem trefflichen Fried. Fried- 
 
 (1829,) In der Belvedere-Gallerie zu Wienf 
 Von dem gleichen Jahre und in derselben Gallerie. 
1") (1822).) Bursche und Mädchen rasten bei der Feldarbeit (Belvedereßanerie)
        

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