Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529996
incheu 
Der 
BürkeFsche 
Kreis. 
487 
in Erstaunen.  Ungefähr gleichzeitig mit ihm waren Th. Weller, 
(geh 1302. zu Mannheim und noch als Gallerieciirektor daselbst 
thätig) wie Joh. Kimzer (geb. 1806 zu Furtwangen, 1' 1866 daselbst) 
nach München und Inach Italien gelangt. Beide haben im Gegen- 
satze zu Bürkel das Land der Ideale mehr von der Sonntagsseite 
gesehen und geschildert. Fehlt es auch ihnen nicht an jener Realität, 
welche dem Genremalei- unerlässlich und bei Darstellungen aus dem 
niederen Volksieben zu mancher grauen Farbe zwingt, so ist doch 
der Eindruck der Sitteneinfachheit und Aermlichkeit nie jener der 
Verkommenheit. Je mehr jedoch der biedere Weiler, der z. B. in 
seinem Zug durch das Gyklopenthor t) höchst Schätzenswerthes 
geleistet, nach seiner Rückkehr die ideale Seite verkehrt und über- 
wiegend der Schönheit Rechnung trägt, desto mehr entfernt er sich 
von dem Boden lebendiger Wahrheit. Nachhaltiger bleibt Kirner, 
welcher schon 1831 in seinem von der Revolution erzählenden 
Schweizergardisten") eine erhebliche Probe seines Taientes gegeben, 
auf der in Rom errungenen Höhe, so dass er bis zu seinem Abgang 
von München 1864 als einer der geteiertsten Meister des Genre, das 
er nach seiner römischen Zeit mit Vorliebe dem Volksleben im Schwarz- 
walde entlehnte, galt. 
Von Bürkel beeinflusst erscheint H. Marr aus Hamburg, geb. 1806, 
1- zu München 1871i, Welcher ausser italienischen Motiven besonders 
die Fuhrleute seines Vorbildes mit Glück autgriff und variirte. Pikante 
Ideen fehlten ihm keineswegs, sondern vielmehr die seinem Vorbilde 
eigene Energie des Strebens, weshalb er auch frühzeitig überflügelt 
wurde und in Vergessenheit gerieth.  
Ihm stellte sich zur Seite H. Kaufmann aus Hamburg, der 
jedoch schon 1838 wieder in seine Heimat zurückgekehrt ist, sowie 
dieVertreter des Dorfgenre Casp. Kaltenmoser, geb. 1806 Zu HOPb 
am Neckar, 1' 1867 in München, der indess den talentvollen Kirner 
in seinen schwäbischen Dorfscenen so wenig erreichte, wie dieses 
F_ W. Schön aus Worms, geb. 1810 1- 1867, in seinen Schwarz- 
waldscenen gelang. Dasselbe gilt von G. F. Mor. Milller, geb. zu 
Dresden 1807, 1' 1864 zu München, wegen seiner Vorliebe für nächt- 
liche Darstellungen bei Fackel-, Herd- und Kerzenbeleuchtung zdef 
 
a") In der Neuen Pinakothek zu München. Nr. 
H) In der Baron Lotzbeck'schen Sammlung zu 
75. 
Weyhern.
        

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