Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529955
"IUU 
nahenden Waldwächter aufmerksam gemacht Wird. Aehnlicher 
Tendenz folgen xdie Auswandercra, rdie kleinen Holzdiebee, wie 
Ausptändunge, xdel" Wucherer-e u. s. w. bis endlich das Revolutions- 
jahr 1848 dieser Reihe ein Ziel setzte und den Künstler zu harm- 
loseren Stoffen drängte.  
Unter den Düsseldorfern Genremalern, welche ihrem Stoifgebiete 
gar keine Gränzen zu setzen vermochten, ragt ausser dem frühzeitig 
nach Stuttgart übergesiedelten H. Rustdge nur Herm. Kretzschmer 
aus Anklam in Pommern, geb. 1814, bedeutsam hervor. Von Wach 
in Berlin zu Hildebrandt nach Düsseldorf gelangt, nahm er sich erst 
diesen zum Muster, wie sein vwalter Krieger mit dem Enkele (1832) 
zeigt. Dann warf er sich einige Jahre auf's Märchen, und war so 
romantisch gestimmt, dass er sogar Bildnisse in altdeutscl1er Weise 
auffasste. Als er jedoch 1839 nach Rom und darauf nach Griechen- 
land und nach dem Orient gelangt war, versuchte er sich im italieni- 
sc11en, griechischen und türkischen Genre, wie er auch Gelegenheit 
fand den Sultan, den Vicekönig von Aegypten und einen Beduinen- 
schah zu porträtiren. Von diesen Reisen zurückgekehrt beutete er 
nun nicht blos seine Studien nach den verschiedensten Seiten (auch 
m Landschaftlichen) aus, sondern gefiel sich besonders in den Dar- 
stellungen historischer Anekdoten, wie xdes Pagen Zeidlitz gefährliche 
Fahrt mit dem Markgrafen von Schwedtk, ein Werk von strotzender 
und hinreissender Lebendigkeit, und in dem pikanten Bilde vGuten 
Morgen, Herr Pfarrerle mit welchem Wunsche der Reiter Zeidlitz 
über das Wägelchen des erschreckten Pfarrherrn hinwegsetzt t). Nur 
einer künstlerischen Proteusnatur, wie sie Kretzschmer besitzt, ist es 
möglich, solchen Darstellungen wieder ein harmloses Famjlienbild, 
dann italienisches und wiederum orientalisches Genre folgen zu lassen, 
wie es die eigene Abwechslung liebende Laune des Künstlers oder 
der Wunsch eines Bestellers eben nahe legte. Ganz ohne Nachtheil 
auf die Durchführung konnte jedoch selbstverständlich eine derartige 
Vielseitigkeit nicht sein, doch ist die Flüchtigkeit nie ohne pikanten 
Reiz, die Uebertreibung namentlich in der Farbe niemals störend. 
Wie Kretzschmer so fanden auch die meisten übrigen Genre- 
maler Düsseldorfs den Uebergang zur neuesten Richtung mühe- und 
sprunglOS. Liegt überhaupt im Genre die Bedingung eines engeren 
 Beide 
Bilder 
sich 
münden 
im 
Marmorpalais 
bei 
Potsdam.
        

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