Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529938
ergreifendsten Schöpfungen der Düsseldorfer Schule. Der derbe, auf- 
richtige Ernst des schlichten Gottesdienstes der Haugianer Norwegens 
erscheint von einer unfehlbar höher stimmenden Weihe, und wenn 
der Schöpfer dieser Werke in späteren Jahren neben seinen Genre- 
darstellungen auf Verlangen seiner Landsleute gelegentlich Altar- 
bilder malte, wie eine Taufe Christi, Christus am Kreuz oder eine 
Auferstehung, so verliess er dabei nur das Gebiet genreartiger Reali- 
tät, nicht, aber das seines religiösen Emptindens.  
Eine andere Gruppe der Düsseldorfer Genremaler suchte seine 
Stoffe mehr in der Nahe im häuslichen Kleinleben der bürgerlichen 
wie der bäuerlichen Sphäre. Der Altmeister des Düsseldortischen 
Genre, E. Pilstorius, geb. 1796 zu Berlin und schon 1829 wieder 
dahin zurückgekehrt, kann nur den Ruhm der Primogenitur in diesem 
Gebiete in Anspruch nehmen, da seine prosaische Natur seinen 
inhaltlich bedeutungslosen Werken nur durch mühsamen Fleiss 
Werth zu verleihen vermochte. Anders der treifliche Jacob Becker, 
1810 zu Dittelsheim bei Worms geboren, welcher sich ausschliesslich 
dem Bauerngenre und zwar zumeist mit enger örtlicher Begränzung 
(Westerwald) widmete. Seine wwallfahrende Bauernfamiliewt), MlLIFClI 
ein Gewitter von der Ernte aufgesehreckte Landleuteew) und der wom 
Blitz erschlagene Hirte ritt) würden ihm allein einen Platz unter den 
ersten deutschen Genremalern sichern. Seit 1841 wirkt der Meister 
neben dem jüdischen Genremaler Mor. Oppenheim am StädePschen 
Institut zu Frankfurt. Ihm persönlich als unzertrennlicher Freund 
und auch künstlerisch nahe steht Jac. Dielmann, geb. zu Sachsen- 
hausen 1811, welcher jedoch in allzu kleinem Maassstabe arbeitend 
besonders in seinen zierlichen Aquarellen beinahe miniaturartig er- 
scheint. Wie dieser vorzugsweise in Kindergruppen ausgezeichnet 
tritt uns dann E. Geselschap, geb. 1814 zu Amsterdam (während 
der Flucht seiner Eltern aus dem belagerten Wesel), entgegen, (10011 
erst nachdem er die Hälfte seines Lebens mit romantischen und 
religiösen Stoffen sich ziemlich erfolglos abgemüht hatte. Noch mehr 
J, G. llleyer aus Bremen, geb. 1816, dessen gegenständlich wenig 
verschiedenen oder bedeutsamen Familienbilder, welche der fleissige 
 
1') Im Besitz des Magdeburger Kunstvereins. 
X3) In der Neuen Pinakothek zu München Nr. 270, 
M3") Im StädeYschen Museum zu Frankfurt Nr. 379. 
R e b e r, Kunstgeschichte. 
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