Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529917
er an drastischem Humor nicht selten seine Vorbilder überbot, wenn 
auch in übersprudelnder Laune manchmal die Farbe etwas zu bunt 
gerieth. Seiner wtrauernden Lohgerbere, welche einem in der Wäsche 
davonschwimmenden Stück Fell wehmüthig nachsehen, ein Werk, 
mit welchem er die romantisch trühselige Sentimentalität hervorragen- 
der Kunstgenossen so wirkungsvoll verhöhnt hatte, ist schon früher 
Erwähnung geschehen. Sonst liebt er den Weinkeller oder malerische 
Rheinkneipen als Schauplätze, im letzteren Falle auch landschaft- 
liche Reize entfaltend, die sein universelles Talent genugsam bekunden. 
Seit Uebernahme einer Professur zu Carlsruhe (1859) hat seine 
Produktion einige Einbusse erlitten.  
Ihm folgte besonders der Humorist P. Hasenclever, geb. 1810 
zu Remscheidt, 1' 1853. Freilich galt sein persiflirender Humor viel 
mehr dem Philisterthum als der Romantik und wie Schrödter der 
Rittennanie zu Leibe ging, so turnirte Hasenclever mit Vorliebe mit 
dem Zopf. Seine Jobsiade in zahlreichen Darstellungen hat vielleicht 
das den Bildern zu Grunde liegende Gedicht übertroffen. Sonst liebte 
er Atelier-, Spiel- und Schulscenen, unter Welchen letzteren die Ein- 
übung der hht) hervorgehoben zu werden verdient; im Uebrigen 
Keller- und Kneipscenen. Im Ganzen macht sich jedoch in seinen 
Werken mehr Manier geltend, als bei Ad. Schrödter, und auch in 
der Auffassung steht die etwas trockene Pointirung seines Witzes 
der elektrisirenden und sprudelnden Laune des letzteren nach.  
Ein ähnliches Talent ist J. B. Sonderlaizd, geb. 1804 zu Düsseldorf, 
welcher jedoch zunächst inls romantische Horn blies, ehe er beson- 
ders in Zeichnungen und Lithographien der persiflirenden Humoreske 
(z. B. in der Hampelmanniade) sich widmete. 
An die Räuberromantik Lessings hatte sich E. Ebers aus 
Breslau geb. 1807, angeschlossen. Seine Hauptwerke stellen Schmugg- 
ler zu Land und Wasser dar, Scenen ernster Aufregung, Gefahr 
oder Wenigstens bänglicher Unbehaglichkeit. Die Studien zu der- 
artigen Gemälden führten ihn wiederholt an die Nordseeküsten, 
welche ihm später zu Strandscenen mannigfacher Art Veranlassung 
gaben. Im Gebiet des marinen Genre aber wurde er von zwei 
namhaften Meistern entschieden überboten, welche sich jedoch beide 
von romantischen Einflüssen frei hielten. B. Jordan aus Berlin, 
 
Unter 
sieben Gemälden 
d en 
zu Berlin. 
der Gallerie Ravenä 
in 
des Meisters
        

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