Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529835
WVeimar (S. 461) gefunden, hatte lange keine Veranlassung erhalten, 
seine Kunst seinem engeren Vaterlande zu widmen. Erst als er 
seine Malereien im Schloss zu Weimar beendet und noch ein paar 
Jahre die Malerakademie zu Leipzig geleitet hatte, ward er nach 
Stuttgart berufen und mit der Organisation der dortigen Kunstschule 
betraut. Als eine tüchtige, technisch gründlich durchgebildete Kraft, 
doch keineswegs ein bahnbrechender Genius wirkt ernun seit einem 
Vierteljahrhundert noch immer erfreulich, wie seine neuesten Werke f) 
zeigen, die eine ernste würdevolle Auffassung mit grosser Form- 
Vollendung verbinden. Seine Oelgemälde zeigen in Bezug auf Coloristik 
einen eigenen wirkungsvollen Weg, auf welchem der Meister bestrebt 
war, sich mit der Richtung der Gegenwart abzufinden. Doch kann 
es ihm nicht gelingen, seine Auffassung auf der Kunstschule zur 
Geltung zu bringen, welche selbstverständlich unter den wie aller- 
WärtS siegreichen realistisch-coloristischen Einflüssen steht. 
Sonst wäre in mancher deutschen Stadt noch die eine oder 
andere vereinzelte Künstlererscheinung zu constatiren, welche trotz 
der Abgeschlossenheit von aller befruchtenden Anregung durch einen 
grösseren Künstlerkreis sich doch zu achtenswverther Stellung empor- 
gearbeitet hat. Dass geradehier die ältere Tradition länger vorhält 
und die genossene Schule weniger beeinflusst wird, ist selbstver- 
stündlich. Ist diess doch selbst bei Künstlern der Fall, welche wie 
Gast. 'Lenthe in Schwerin viele Gelegenheit genossen, wenigstens 
zeitweise sich in das hauptstädtische Kunsttreiben versetzen konnten. 
Noch schlimmer aber, wenn die Abgeschlossenheit zu Verwilderung 
und Styllosigkeit führte, wie sie in P. E. Jacobs in Gotha, geb. 1802, 
1' 1866 daselbst, entgegentritt, welcher von Langer's Richtung in die 
coloristische überspringend und zu Biedel und Pollack hinneigend in 
virtuoser blendend süsslicher Manier bis zum Ueberdruss nackte 
Frauenschönheit cultivirte, wenn ihm auch immerhin gelegentlich 
ein glücklicher Wurf gelang. Sonst drängte manchen vereinzelten 
Historienmaler Aufträge und locale Verhältnisse überwiegend zum 
Porträt Wie Fried. Kaulbach in Hannover, welcher seinen geschätzten 
Namen hauptsächlich dem letzteren verdankt. 
   
4:) Adam bittet um Schonung der Gerechten msodfama (Wlener Ausstellung 
von 1373), Entwürfe zu den Fenstergemälden der Shftsklrche zu Stuttgart u, s, w.
        

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