Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529824
Realität der gegenwärtigen versöhnend, vermochte er seiner Lehr- 
wirksamkeit Umfang und Dauer zu verschaffen. 
Neben Steinle darf E. Ihläe, von welchem übrigens im vergan- 
genen Jahrzehnte beachtenswerthe Werke religiösen Inhalts aus Rom 
nach Deutschland gekommen sind, nur genannt werden. Zur Zeit 
ist auch in Frankfurt wie anderwärts Genre und Landschaft in der 
Malerei das beinahe Alleinherrschende. Zu ersterem war auch der 
begabte M. Oppenlzeim; einer der wenigen hervorragenden Israeliten 
der Kunstgeschichte und vormals Historienmaler, bekannt durch seine 
jüdischen Familienscenen t), übergelaufen. 
Der Eintritt Carlsruhe's in den Reigen der hervorragenden 
Kunststädte im Gebiete der Malerei datirt erst aus der neuesten Zeit 
und wird später zu betrachten sein. Ebenso hielt auch der Kunst- 
aufschwung Stuttgarfs länger zurück als die stattliche Reihe von 
Meistern der classicistischen Periode hätte erwarten lassen. Jahr- 
zehnte lang wirkte Arzt. Gegenbauer, geb. 1800 zu Wangen unweit 
des Bodensees als eine ganz vereinzelte Kraft. Aus Langefs Schule 
hervorgegangen, hatte er München eben verlassen, als Cornelius 
dahin kam, und somit dessen Einwirkung durch langjährige Empirie 
ersetzen müssen. Doch gelangte er in Italien zu einer achtbaren 
Höhe der Monumentalmalerei, zu welcher er einen unbesieglichen 
Drang in sich fühlte. An Gelegenheit zur Ausübung seiner Kunst 
fehlte es nicht, und nachdem er mit seinen Malereien auf Villa 
Rosensteintt) Beifall gefunden, ward er mit der Ausmalung von 5 Sälen 
des Schlosses zu Stuttgart in grossen historischen Wandgemäldcn 
betraut. Die romantische und thatenreiche Geschichte der Grafen 
von Württemberg lieferte dankbaren Stoff, welchen auch der Künstler 
mit anerkennenswerthem Glück und Talent bewältigte. Bewunderns- 
würdig erscheint namentlich die Energie, mit welcher Gegenbauer, 
nachdem er sich doch vorher fast ausschliesslich in arkadisch-idyl- 
lischem Gebiete bewegt hatte, nun in die mittelalterliche Geschichte 
sich zu versetzen und die sentimentale Liebseligkeit seiner frühern 
Arbeiten ganz abzustreifen vermochte.  
Bernh. Neher, welchen wir bereits in München (S. 347) und 
 
 Bilder aus dem altjüdischen Familienleben nach den 
B]. Frankfurt. Keller.  
H) Der Amor- und Psychemythos im Zimmer der Königin. 
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Originalen 
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