Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529812
in Rheineck bei Bonn auszumalen t), trat er in freundschaftliche 
und als Schwiegersohn noch nähere Beziehungen zu Veit, wie er 
auch als Professor am Städefschen Institute wirkte und mehre 
Jahrzehnte lang in Frankfurt, seit Veifs Llebersiedlung nach Mainz 
ganz vereinsanit, lebte. Seine Lehrthätigkeit machte ihn vielseitig 
und seine Vielseitigkeit steigerte seinen Werth als Lehrer. Zeigt er 
in seinen Illustrationen oder combinirten Compositionen, wie in den 
Bildern zum Gebetbuch Ave hiariatt) und zum aHimmlischen Palm- 
gärtleinc, in der Apotheose des Klosterlebens, in den sieben Werken 
der Barmherzigkeitttit) und im Leben der h. Euphrosyna T) Ver- 
wandtschaft mit Overbeck und Führich, so entfaltet er in seinen 
Oelbildern, z. B. in der grossartigen aHeimsuchung liiariasc 11-) oder 
in der Madonna der katholischen Kirche zu Wiesbaden, wie im 
Christus mit seinen Jüngern (Münchener Ausstellung 1870), eine 
Kraft des Colorits, wie sie Veit nur in seiner besten Zeit erlangte 
und welche in seiner Tiburtinischen Sibylle-H-T) selbst Kaulbachsche 
Gestalten, an welche sie erinnert, hinter sich lässt. Wie dem kleinsten 
Format der Illustration so auch dem monumentalsten Maassstab 
gewachsen, leistete er in den Engeln auf den Bogenwinkeln des 
Cölner Domchors höchst Anerkennenswerthes; nicht minder wenn 
es sich um Bildniss- oder reine Geschichtsdarstellungen handelte, wie 
in einigen Kaiserbildern des Frankfurter Römers, im Urtheil Salo- 
monis daselbst, und namentlich in den grossen Geschichtsfresken im 
Treppenhause des Wallraf-Ricliartzschen Museums zu Cöln. Ja 
selbst in Märchendarstellungen und anmuthigen Scenen aus Shake- 
speare, mit Oel- oder Vilasserfarbe ausgeführt, weiss er ein höchst 
liebenswürdiges Talent mit der Gabe für feine und selbst humoristische 
Charakteristik zu entfalten. So finden wir ihn in allen Gebieten auf 
gleicher Höhe, nur die Classicität perhorrescirt er, indem er seinen 
Schülern gegenüber selbst die spätern Niederländer noch der Antike 
vorzog. Als Vermittler der Richtungen und durch Wort und That 
die romantisch-ideale Anschauung seiner frühern Periode mit der 
 Die Zeichnungen hiezu im StädeFschen Museum zu Frankfurt. 
l") Beide gest. von Keller.  
 Lith. von J. Fay im Raczynskfschen Kupferheft, gest. von Pfluvfelder 
1') Gest. v. E. Schäffer. D  
H) In der Kunsthalle zu Carlsruhe Nr. 334. 
TTT) (1848,) StädeFsches Museum zu Frankfurt. Nr. 360. 
        

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