Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529805
 Als Veit das letztere, selbst Tizianische Inspiration nicht ver- 
leugnende Werk schuf war er indess bereits aus seiner Stellung am 
Städeltschen Institut in Folge seines vergeblichen Widerstandes gegen 
den Ankauf von Lessings Huss vor dem Concil wieder ausgeschieden 
(1843). Seine Schule erlitt jedoch dadurch keine Wesentliche Ein- 
busse, indem ihm gerade die hervorragendsten seiner Schüler in sein 
Privatatelier zu Sachsenhausen nachfolgten. Auch an bedeutender 
Thätigkeit fehlte es nicht, indem ausser einer Reihe von religiösen 
Staffeleigemäldenik), von Welchen aber seine letzteren durch duftige 
Verblasenheit weniger anziehen, namentlich der Auftrag eines Ge- 
mäldecykhus im Nlittelschiff des Domes zu Mainz ihn bedeutender 
als je vorher in Anspruch nahmdit). Veit ist in diesen unseres 
Ermessens unterschätzt worden, wie ein Vergleich mit den Gemälden 
des Speierer Domes leicht anschaulich macht. Namentlich muss 
ihm die Rücksicht auf den Styl und Charakter der zu schmücken- 
den Räumlichkeit wie auf die Fernewirkung entschieden nachgerühmt 
werden. 
Von den jüngeren Genossen Veit's ist ausser jenen, Welche sich 
wie A. Retlzel, J. Settegast und P. Molitor nur einige Zeit unter 
seine Leitung gestellt haben und daher bereits bei Betrachtung der 
Düsseldorfer Historienmalerei gewürdigt worden sind, besonders 
J. Ed. Steinle, geb. 1810 "zu Wien, hervorzuheben. Wenn auch 
nicht zugegeben werden kann, dass dieser seinen Meister in der 
religiösen Malerei ebenso übertroffen habe, wie Rethel im Gebiete 
der Profanhistorie, so ist doch Steinle's Talent dem Veit's gewiss 
nicht nachzusetzen. Zunächst sich Overbeck in Rom auf's engste 
anschliessend, hatte er sich 1837 mit Tu-nner an den Fresken einer 
Kapelle von S. Trinita in R011] bethätigt. Oelbilder jedoch wie 
ltlaria mit dem Kindttt) oder Jakob mit dem Engel ringend, zeigen 
bereits entschiedeneren Farbensinn, als ihn die römischen Genossen 
besassen oder entfalten wollten, so dass man schon frühzeitig er- 
kannte, dass er sich zu Overbeck verhielt, wie Kaulbach zu Corne- 
lius. Seit 1838 beschäftigt im Auftrag Bethmann-Hollwvegs die Kapelle 
i) Zum Theil in den Besitz des Königs Friedr. Wilhelm IV. vßn Preussen 
gelangt. Die Skizze für die Erwartung des Weltgerichts ist oben S. 419 erwähnt. 
v") Album der Freskogemälde im Dom zu Mainz. 18 Photographien. Mainz. 
 Vielfach an G. B. Bellini gernahnend; Belvedere-Gallerie in Wien.
        

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