Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis zur Wiener Ausstellung 1873
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-524503
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-529758
Architekten v. Ritgen wiederhergestellten Schlosse den entsprechenden 
farbigen Schmuck zu verleihen, und in der That hätte in ganz 
Deutschland keine geeignetere Kraft hiezu gefunden werden können. 
Es ist schon erwähnt worden (S. 860) , dass ein den Sängerkrieg 
auf der Wartburg darstellendes Gemälde Schwinds (im Städelischen 
Museum zu Frankfurt) zu diesem Auftrag die Veranlassung gab. 
Es war damit dem Künstler die Gelegenheit geboten, seine Kunst 
nach seiner eigensten Herzensstimmung monumental und zur höchsten 
Vollendung zu entfalten. Denn die Wartburgsagen mussten ihm, 
dem romantischen hlärchenmaler, wohl ebenso als das höchste Ziel 
seiner künstlerischen Wünsche erscheinen, wie einem Cornelius das 
christliche Epos. Die thatenreiche eigentliche Geschichte der thüringi- 
schen Landgrafen dagegen liess er fast unberührt. 
 Es ist bekannt, dass drei Räume des neu hergestellten Land- 
grafenhauses ihren Schmuck durch den Meister erhalten haben, der 
Empfangs- und Gerichtsaal der alten Landgrafen, der Sängersaal 
und der Gang zur Kapelle. Der erstere ist mit einem breiten Fries 
geschmückt, der in 9 Darstellungen folgende Scenen giebt t): Ludwig 
der Springer beschliesst mit dem ))Wart' Berg du sollst mir eine 
Burg werdena die Erbauung der Veste. Ludwig II., der Eiserne, 
auf der Jagd verirrt, wird von dem Schmied im Walde (Landgraf 
werde hart!) gebessert. Derselbe zeigt dem Kaiser Friedrich Bar- 
barossa die aus seinen Getreuen bestehende Ringmauer. Ludwig 
der Heilige tritt dem seinem Zwinger entsprungenen Löwen im 
Schlosshofe entgegen. Ludivig verhilft einem vor Würzburg beraubten 
Krämer zu Seinem Rechte und zu seinem Esel. Albrecht der Ent- 
artete wird von der schönen _Kunigunde von Eisenberg seiner Gemahlin 
entfremdet. Lanclgraf Friedrich deckt sein Töchterchen, während 
es von der Amme auf dem Wege zur Taufe gestillt wird, gegen 
feindlichen Ueberfall. Scenen aus den Kriegen mit Graf Heinrich 
von Württemberg und mit den Sternrittern. Den Preis verdienen 
vor Allen die Darstellungen des bezaubernden Eintritts der schönen 
Kunigunde in den Banketsaal und der Säugung des kleinen Töch- 
terchens auf dem Wege zur Taufe. Minder erfreulich erscheint das 
den bekannten Sängerkrieg darstellende grössere Gemälde des Sänger- 
l 
1:) Die Wandgemälde des Landgrafensaales auf der Wartburg v. M. 
Holzschnitte von Galver. Text von M. v. Arnswald. Lpz. A. Dürr. 
V 
Schwind.
        

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